aber doch genöthigt zu< thun, was Brasidas erwartet hatte. Seine
Soldaten waren nämlich über das unthätige Stillsitzen unwirsch und
stellten Vergleiche an, mit welchem Unverstände und welcher
Mattherzigkeit gegenüber solcher Erfahrung und Kühnheit der Feldzug von
Seiten des Kleon werde geführt werden; dazu waren sie schon von
Haus aus nur widerwillig unter seiner Führung ausgezogen. Da er
nun den Wind merkte und nicht wollte, daß sie sich durch längeres
unthätiges Verweilen belästigt fühlten, so hieß er sie aufbrechen und
führte sie aus Ei'on. Und auf dieselbe Art, die ihm bei Pylos so
glückliche Früchte getragen hatte, — weßhalb er sich denn auch sehr klug
dünkte — verfuhr er auch hier. Er glaubte nämlich gar nicht, daß
Einer zur Schlacht gegen ihn ausziehen werde, sondern sagte, daß er
nur ausziehe, um die Gegend in Augenschein zu nehmen. Er kam
also und ließ sein Heer vor Amphipolis auf einem starken Hügel
Stellung nehmen, während er selbst die Sumpfgegend des Strymon
und die Lage der Stadt gegen Thrakien hin untersuchte. Er dachte
aber, zu jeder Zeit, wann er nur wolle, ohne Kampf abziehen zu
können; denn weder zeigte sich Jemand auf den Mauern, noch zogen
welche zu den Thoren heraus, sondern es blieben diese alle geschlossen.
Deßhalb rechnete er es sich auch als einen Fehler an, daß er keine
Maschinen von Athen mitgenommen habe; denn mit diesen, dachte
er, hätte er die von Vertheidigern entblößte Stadt gewiß genommen.
History of the Peloponnesian War. Thucydides. Adolf Wahrmund (Translator). Stuttgart. 1864.
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