dem Heere zum Beginn der Feindseligkeiten und umschloß die Stadt
zuerst mit einem Pfahlwerk aus abgehauenen Bäumen, daß keiner
mehr heraus könne. Dann schütteten sie einen Wall gegen die Stadt
auf, in der Hoffnung, die Stadt werde bald genommen sein, da ihrer
im Heere so viele Arbeiter seien. Dann hieben sie Bäume aus dem
Kithäron und verbauten damit den Wall auf beiden Seiten, indem sie
statt Manerwänden kreuzweis durch einander gebogenes Holzwerk
anbrachten, damit nicht zu viel Erde abrutsche. Auch Reisig, Steine,
Erde und was sonst förderlich sein konnte, wurde zugetragen. Sie
arbeiteten aber an diesem Wall siebenzig Tage und Nächte
ununterbrochen, indem sie sich zur Ausrast ablösten, so daß die Einen
zutrugen, während die Andern Schlaf und Speise genossen. Die
lakedämonischen Anführer der Bundestrnppen standen aber auch dabei 1
und trieben mit zur Arbeit. Wie nun die Platäer sahen, das; der 2
Wall immer höher emporstieg, setzten sie ein hölzernes Thurmgestell
zusammen, stellten es auf die Mauer, da wo der Wall gegen dieselbe
aufgeschüttet wurde, und bauten es mit Ziegeln aus, die sie von den
in der Nähe niedergerissenen Häusern nahmen. Das Holzwerk daran
erhielt den Bau bei gehöriger Festigkeit, so daß das Ganze trotz seiner
Höhe nicht zu schwach wurde. Als Schutzdecken erhielt es Felle und
Häute, so daß die Arbeiter sowohl wie das Holzwerk sicher waren, nicht
von Brandpfeilen getroffen zu werden. Es erhob sich aber dieser Thurm
zu bedeutender Höhe, doch nicht »nissiger stieg auch der Wall dagegen
empor. Da verfielen die Platäer auf eine List: sie machten in ihre
Manet, da wo der Wall an sie stieß, ein Loch und schafften die Erde
vom Walle in ihre Stadt.
History of the Peloponnesian War. Thucydides. Adolf Wahrmund (Translator). Stuttgart. 1864.
Sponsored by University of Leipzig.
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