Nachdem er die Götter also angerufen, ließ er sein Heer
die Feindseligkeiten eröffnen und die Stadt, damit niemand mehr
herauskönnte, zunächst mit einem Pfahlwerk umgeben, wozu die
Bäume bereits gefällt worden waren. Darauf schüttete man
einen Damm gegen die Stadt auf, und weil so viele dabei
Hand anlegten, hoffte man, sie bald einnehmen zu können.
Vermittels kreuzweis zusammengefügter Hölzer, die man auf
dem Kithäron geschlagen hatte, wurde zu beiden Seiten des
Dammes eine Art Spundwand hergestellt, damit der Schutt
nicht zu sehr abschurrte; Holz, Steine, Erde und was sonst
Dienliches darauf gebracht werden konnte, schleppte man herbei.
Siebzig Tage wurde Tag und Nacht unausgesetzt daran ge
arbeitet, wobei sich die Arbeiter ablösten, so daß während
eine Schicht schanzte, die andere Zeit zum Essen und Schlafen
hatte. Die den einzelnen Bundestruppen zugeteilten lake
dämonischen Befehlshaber waren dabei mit zur Stelle und
trieben die Leute zur Arbeit an. Als die Platäer den Damm
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immer höher werden sahen, zimmerten sie ein hölzernes Turm
werk, das sie da, wo der Damm auf die Stadtmauer stieß,
auf der Mauer aufstellten und mit Ziegeln ausmauerten, die
sie aus abgebrochenen Häusern dort in der Nähe entnahmen.
Das hölzerne Gebälk hielt den Bau zusammen und sollte ihm
bis oben Festigkeit geben. Auf der Außenseite wurden Tier
häute und Leder angebracht, um das Holzwerk und die dort
angestellten Leute gegen Feuerpfeile zu schützen. Der Turm
erhob sich zu beträchtlicher Höhe, aber mit ihm um die Wette
stieg auch der Damm ihm gegenüber empor. Nun verfielen
die Platäer auf eine List; sie brachen ein Loch in die Stadt
mauer, da wo der Damm an sie stieß, durch das sie den Schutt
in die Stadt schafften.