der Zusammenfluß von Menschen vom Lande nach der Stadt, und
nicht weniger litten dadurch die Ankömmlinge selbst. Denn da die
Häuser für sie nicht hinreichten, sondern sie sich zur Sommerszeit in
dumpfigen Hütten aushalten mußten, so gingen sie in wüstem Unwesen
zu Grunde, ja sogar aus und über einander starben sie dahin und
blieben als Leichen liegen, oder sie wälzten sich auf den Straßen und
um alle Brunnen, halbtodt aus Begierde nach Wasser. Die Tempel,
in denen sie ein Unterkommen gesucht hatten, waren gestillt mit Leichen,
da sie an heiliger Stelle dahin starben. Denn ganz überwältigt von 1
dem Elend wußten die Menschen nicht, was da noch werden sollte, <
und fingen an sich nm göttliche wie um menschliche Dinge nicht mehr
zu kümmern. Alle gesetzlichen Gebräuche, die man früher bei
Begräbnissen beobachtet hatte, wurden vernachlässigt, und Jeder begrub seine
Todten, wie er eben konnte. Viele ans Mangel an den nöthigen
Erfordernissen, da ihnen schon zu Viele gestorben waren, wurden so
schamlos, daß sie ihre Todten auf fremde Scheiterhaufen legten und
diese in Brand steckten, ehe noch die dazu kommen konnten, welche sie
ausgerichtet hatten, oder auch warfen sie ihren mitgebrachten Leichnam
aus den ersten besten brennenden Scheiterhaufen und machten sich davon.
History of the Peloponnesian War. Thucydides. Adolf Wahrmund (Translator). Stuttgart. 1864.
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