daß unsere Stadt eine Bildungsschnle für ganz Griechenland sei, und
daß Mann für Mann bei uns sich Jeder den meisten Anforderungen
mit größter Anmuth und Gewandtheit gewachsen zeige. Und daß dies
Alles nicht für diese Gelegenheit erfundener Redeprunk, sondern die 1
Wahrheit der Dinge selbst ist, davon ist Beweis die Macht des
Staates , die wir eben durch jene Eigenschaften erworben haben. Denn
hervorragend über Alles, was bis jetzt erhört worden ist, geht er der
Erprobung seiner Kraft entgegen, und er allein erregt weder dem
angreifenden Feinde Entrüstung, daß er von Solchen Ungemach erleide,
noch Tadel bei dem Unterworfenen, als ob er von Unwürdigen
beherrscht werde. Unter großen redenden Beweisen und gewißlich nicht
unbezeugt haben wir unsere Macht entfaltet und werden darum von
den Lebenden und den Zukünftigen bewundert werden, und wir
bedürfen weder eines Homer als Lobredners, noch sonst eines Andern,
der mit seinen Gesängen zwar für den Augenblick ergötzt, aber bald
wird die Wirklichkeit seine Anschauung der Dinge Lügen strafen,
sondern zu allem Land und Meer hat unsere Kühnheit sich den Weg
gebrochen, überall sich unvergängliche Denkmale im Guten und Bösen
gründend. Für eine solche Stadt nun sind die hier im tapferen Kampfe
gefallen, entschlossen, sich ihrer nicht berauben zu lassen, und von den
Ueberlebenden ist Jeder mit Recht bereit, um dieser Stadt willen Mühen
und Gefahren zu erdulden."
History of the Peloponnesian War. Thucydides. Adolf Wahrmund (Translator). Stuttgart. 1864.
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