Thucydides History of the Peloponnesian War 1.57

Adolf Wahrmund (Translator)

History of the Peloponnesian War. Thucydides. Adolf Wahrmund (Translator). Stuttgart. 1864.

Sponsored by University of Leipzig.

Funding provided by European Social Fund Saxony.

Current edition First1KGreek

Geschichte des Peloponnesischen Kriegs (German) (Thucydides. Geschichte des Peloponnesischen Kriegs. Wahrmund, Adolf, translator. Stuttgart: Krais and Hoffmann, 1864.)

Editions (1)
Ἱστορίαι Perseus (Thucydides. Historiae, Vol 1-2. Jones, Henry Stuart, editor. Oxford: Oxford University Press, 1910. (1942 printing).) — 1.57.1 focus
Translations (9)
The History of the Grecian War Perseus (Thucydides. The English works of Thomas Hobbes of Malmesbury. Hobbes, Thomas. translator. London: John Bohn, 1843.) — 1.57.1 focus
History of the Peloponnesian War Perseus (Thucydides. History of the Peloponnesian War. Crawley, Richard, translator. London and Toronto: J. M. Dent and Sons Ltd.; New York: E. P. Dutton and Co., 1914.) — 1.57.1 focus
Geschichte des Peloponnesischen Kriegs First1KGreek (Thucydides. Geschichte des Peloponnesischen Kriegs. Braun, Theodor, translator. Leipzig: Insel-Verlag, 1917.) — 1.57 focus
Histoire de la Guerre du Péloponèse First1KGreek (Thucydides. Histoire de la Guerre du Péloponnése, Vol. 1-2. Zévort, Marie Charles, translator. Paris: Charpentier, 1852.) — 1.57 focus
Histoire de la Guerre du Péloponnése First1KGreek (Thucydides. Histoire de la Guerre du Péloponnése. Bétant, Élie-Ami, translator. Paris: Librairie de L. Hachette, 1863.) — 1.57 focus
History of the Peloponnesian War First1KGreek (Thucydides, Vol. 1-4. Smith, Charles Foster, translator. London and Cambridge, MA: Heinemann and Harvard University Press, 1919-1923.) — 1.57.1 focus
History of the Peloponnesian War First1KGreek (Thucydides. The history of the Peloponnesian War, Volume 1-2. Dale, Henry, translator. London: Heinemann and Henry G. Bohn, 1851-1852.) — 1.57.1 focus
Historia Belli Peloponnesiaci First1KGreek (Historia Belli Peloponnesiaci. Haase, Friedrich, translator. Paris: Firmin Didot, 1869.) — 1.57.1 focus
La storia di Tucidide First1KGreek (Thucydides. Della storia di Tucidide volgarizzata libri otto. Anonymous translator. Florence: Tipografia Galileiana, 1835.) — 1.57 focus

Notes on the current edition

History of the Peloponnesian War

1. — wenn sie je abfallen sollte — für sie von der Seeseite her um fv leichter
angreifbar sei (Kr.). — Demiurgen, d. h. BolkSarbeiter, hießen anfänglich
solche, deren Kunst oder Gewerbe in besonderem Grade dem gemeinen Besten
diente, wie Herolde, Sänger, Aerzte. In Attika erscheint dann der Name
zur Bezeichnung der Handwerker neben den Geomoren (kleinen Bauern oder
Pächterin im Gegensatz gegen die Supatriden, die Adelichen. Hier
bezeichnet DeminrgoS die BolkSbeamten Dorischer Staaten, welche, der Oligarchie
bereits entgangen, schon mehr volkSthümliche Verfassungen hatten. Epide»
minrgen, die sonst nicht vorkommen, sind Beamte, welche hier von der
Mntterstadt Korinth zur Beaufsichtigung der Kolonie alljährlich zu den
bereits vorhandenen einheimischen Volksvorstehern hinzu (en») geschickt wurden.
2. 97) Als Gründer des Makedonischen Reiches wird Perdikkas I. genannt.
Diesem folgten ArgäoS, Philipp I., AeropoS, AlketaS, Amyntas I., Alexan.
der I. DeS letzteren Sohn ist der hier genannte Perdikkas II., der bedeutendste
unter den früheren Makedonischen Königen, welcher schon ganz die schlaue und
treulose Politik befolgte, die später Philipp II. mit solchem Glück zur Aii«-
- breitung seiner Macht anwandte. Perdikkas II. hatte zwei Brüder, Philipp
und Alketas. Der letztere machte keine Ansprüche auf den Thron, Philipp
aber verbündete sich mit den Athenern und floh später zum Thrakii'chen König
Sitalkes, der zwar sür ihn Nichts that, aber nach seinem Tode (424 v. Chr.)
den Sohn desselben, AmyntaS II., nach Makedonien zurückführte. Später
verläßt Sitalkes diesen AmyntaS wieder, der dann aus der Geschichte verschwindet,
und schließt sich dem Perdikkas an. Der hier genannte DerdaS, deS ArrhidäoS
Sohn und Fürst von Elymia, war ein Verwandter des Perdikkas. —
Makedonien spielte eine ähnliche Nolle auf der Balkan-Halbinsel, wie sie neuerer
Zeit das HauS Savoyen'Piemont auf der Apenninen-Halbinsel, theilweise auch
das Haus Hohenzollcrn in Deutschland spielt: Vergrößerung um jeden Preis
(BiSmarck: „die Borussia muß ihren schmalen Leib erweitern). Ueberlegene
Macht kann sich leicht erweitern, indem sie schwächere Nachbarschaften sich
einverleibt. Das Mittel ist der einfache, meist kurz dauernde Krieg. Das
Gefühl, besonders das christlihc-moderne, am allermeisten aber das sogenannte
christlich-germanische — welches das allerempifndlichste zu fein scheint — sträubt
sich zwar, irgend eine Berechtigung solcher Machtkriege anzuerkennen, aber
3. In allen Stücken zum Guten sich bekennen wollte, unter so Vielen, die nicht
gut sind, zu Grunde gehen muß." Vollkommen gilt ober der Satz noch,
wenn das Gute, zu welchem sich der betreffende Staat bekennt, eigentlich kein
Gutes ist, sondern nur der eben verschwindende Schatten eines ehemaligen
Guten, an welchen sich abergläubische Impotenz anklammert. So steifte sich
das untergehende Hellenenthum auf seine Frömmigkeit und führte heilige Kriege,
den Göttern zu Liebe, zu welchen Kriegen Philipp von Makedonien seine
Waffen herlieh, um dann die Unabhängigkeit der Hellenen als wohlverdienten
Zins einzuziehen. Impotenz ist eben keine Macht, und die Frömmigkeit macht
sie nicht um ein Haar mächtiger. Wer sich selbst hilft, dem hilft auch Gott.
— Der Erzherzog Karl sagt (in seiner eben erscheinenden Geschichte des ersten
Krieges der franz. Nevol. v. I. t7S2—l?S7, S. ll): Preußen spielte eine
unwürdige Rolle, „denn sie gründete sich auf unmoralishce Mittel, auf
Schwäche und Betrug." Schwäche ist hier in dem obigen Sinn zu
nehmen, daß die vorhandene Macht der Bergrößerungttendenz nicht entspricht.
Der äußerlich mächtigere Gegner solcher schwächeren Staaten kann aber deren
Jmmoralität den Schein der Moralität verleihen, wenn er selbst an andern
Schwächen leidet, z. B. wenn er den großen Zeitrichtungen, denen schließlich
keine Macht widerstehen kann, widerstrebt, oder wenn er seinem Charakter
nach überhaupt unthätig ist, während der schwächere Feind um so thätiger ist.
Unterliegt ein solcher Mächtigerer, so nimmt das sittliche Bewußtsein der Menge
sehr wenig Anstoß, denn eS erklärt sich jene beiden Fehler aus Mangel an
Kraft und Macht, während eS in der überlegenen Thätigkeit des schwächeren
Gegners einen Beweis von wirklicher sittlicher Kraft zu sehen glaubt. So
fiel das mächtigere Neapel vor Cavour, und als die Thätigkeit des Athenischen
Staatswesens erlahmte, auch deS Deinosthene« beredter Kummer dem erstorbcnen
Wesen keine Kraft mehr einzuhauchen vermochte, warf des Makedonischen
Philipp Politik, trotz ihrer Jmmoralität. das Hellenenthum zu Boden. In
der weitern Erzählung des Ttiuk. beachte man die Züge der treulosen
Makedonischen Politik, die erfolgreich war, weil sie anfänglich ein in sich
gespaltenes, später ein impotentes Hellenenthum sich gegenüber hatte.
4. 98) vgl. n, 100.
5. 99) Insofern er in der Lage war, den von den Korinthern betriebenen
Abfall Potidäa't von Athen wirksamst zu unterstützen.