Darauf hieß Brasidas die. Toronäer zusammenkommen, und
redete zu ihnen Aehnliches wie in Akanthos: es wäre ungerecht, wenn
sie diejenigen, welche ihm.die Einnahme der Stadt möglich gemacht
hätten, deßhalb für schlechter oder für Verräther halten wollten, —
-denn sie hätten nicht, um die Stadt in Knechtschaft zu bringen, noch
auch durch Geld bestochen jenes gethan, sondern in guter Absicht und
1
um der Stadt die Freiheit zu geben, — sie sollten aber auch nicht
glauben, daß diejenigen, welche sich daran nicht betheiligt, nun nicht
auch gleiche Ansprüche hätten, denn er sei nicht gekommen, um irgend
eine Stadt oder einen Bürger in's Unglück zu bringen. Und er habe
deßhalb auch den zu den Athenern Geflüchteten den Antrag machen
lassen, weil er glaube, daß sie trotz der Freundschaft mit jenen nicht
schlechtere Bürger seien; auch würden jene, — glaube er — wenn sie
erst die Lakedämonier aus Erfahrung kennen gelernt, keine geringere
Neigung zu ihnen selbst fassen, vielmehr eine noch größere, je mehr sie
ja auch selbst sich der Gerechtigkeit in höherem Grade befleißigten
(als die Athener); jetzt aber seien sie geschreckt, weil sie sie noch nicht
kennen gelernt hätten. Alle aber, verlangte-er, sollten sich bereit
halten, sich als zuverläßige Bundesgenossen zu zeigen; denn von jetzt
an würde ihnen bereits jedes Vergehen zur Anschuldigung gereichen.
Durch das, was vergangen sei, wären sie, die Lakedämonier, nicht
beleidigt worden, vielmehr sie, die Toronäer selbst, durch andere
Mächtigere, und worin sie allenfalls den Lakedämonier»
entgegengehandelt, das sei verziehen.