Um diese Zeit gründeten die Lakedämonier im Trachinischen
Lande die Ansiedelung Heraklea in der Absicht, wie folgt. Der
Melier insgesammt sind drei Stämme: die Paralier, Hiereer und
Trachimer. Von diesen wurden die Trachinier durch die gränzanwohnenden
Oetäer in kriegerischen Anfällen fast vernichtet und wollten sich nun
zuerst unter den Schutz der Athener stellen, dann aber fürchteten sie,
diesen doch nicht trauen zu dürfen, und schickten darum nach
Lakedämon , zum Gesandten wählend den Tisamenos. Mit ihnen ging auch
eine Gesandtschaft der Dorier aus dem spartanischen Mutterlands,
mit demselben Anliegen, denn auch sie wurden von den Oetäern hart
bedrängt. Als die Lakedämonier sie angehört, faßten sie Beschluß,
dort eine Pflanzstadt zu gründen, um den Trachiniern und den
Doriern Sicherheit zu vershcaffen. Zugleich schien es ihnen, daß es für
den Krieg mit den Athenern sehr passend sei, die Stadt dort anzu
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legen, denn man könne dort eine Flotte gegen Euböa ausrüsten und
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auf kurzem Wege überfahren, und man habe dort auch zum eigenen
Vortheil den Weg nach Thrakien in der Hand. Kurz, es trieben sie
viele Gründe, sich im Lande anzusiedeln. Zuerst nun fragten sie den
Gott in Delphi, und da dieser ermunterte, schickten sie Ansiedler aus
ihrer eigenen Mitte und aus ihren Beisitzern und forderten auch von
den andern Hellenen zum Anschluß auf, wer wolle, ausgenommen die
Jonier und Achäer und einige andere Völkerschaften. Als Gründer
standen an der Spitze drei Lakedämonier, Leon und Alkidas und
Damagon. Die also setzten sich dort fest und gaben der Stadt neue
Mauern. Jetzt heißt sie Heraklea und liegt von den Thermopylen
ungefähr vierzig Stadien weit ab und vom Meere zwanzig.
Schiffswerften legten sie auch an und begannen damit im Engpaß der
Thermopylen selbst, damit sie um so leichter zu vertheidigen wären ^).