Die Kerkyräer nämlich waren unter sich uneins geworden,
nachdem die in den Seeschlachten wegen Epidamnos gemachten
Kriegsgefangenen wieder zurückgekommen waren, freigegeben von den
Korinthern , wie es hieß, weil sich die Staatsgastfreunde mit einer Summe
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von achthundert Talenten für sie verbürgt hätten, in der That aber,
weil sie sich von den Korinthern hatten bereden lassen, ihnen Kerkyra
wieder zuzuwenden. Und in diesem Sinne wirken sie auch, indem sie
die einzelnen Bürger angingen, um sie zum Abfall von den Athenern
zu bereden. Als nun sowohl ein attisches, als auch ein korinthisches
Schiff Gesandte brachten und diese redend aufgetreten waren, so
beschlossen die Kerkyräer, den Athenern zwar dem Vertrage gemäß
Bundesgenossen zu bleiben, sich aber auch zu den Peloponnesiern so
freundlich zu stellen, wie früher. Nun war dort Peithias, der aus eigenem
Antrieb Gastfreund der Athener geworden war und damals zu
den Volksvorstehern gehörte. Den führten jene Männer vor Gericht,
indem sie behaupteten, er wolle Kerkyra den Athenern unterthänig
machen. Er wurde aber freigesprochen und stellte nun seinerseits die fünf
reichsten unter jenen Männern vor Gericht, mit der Beschuldigung,
daß sie aus dem heiligen Haine des Zeus und des Alkinoos Wein-
pfähle gehauen hätten. Jeder Pfahl aber sollte nach dem Gesetz mit
einem Stater gebüßt werden. Als nun jene verurtheilt' wurden
und wegen der hohen Strafsumme sich als Schutzflehcnde in die
Heiligthümer begaben, um zu erlangen, daß sie in selbstgewählten Fristen
abzahlen dürften, so setzte es Peithias durch, daß nach der Strenge
des Gesetzes verfahren werden sollte, denn er saß auch mit im Rathe.
Nach dem Buchstaben des Gesetzes aber durfte ihnen dieß nicht erlaubt
werden, und als sie nun auch erfuhren, daß Peithias, so lange er noch
im Rathe sitze, das Volk dahin stimmen wolle, der Athener Freunde
und Feinde auch für ihre Freunde und Feinde zu erklären, so
ermannten sie sich, drangen mit Dolchen bewaffnet plötzlich in die Rathsver«
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sammlung und stießen den Peithias nebst andern Rathsherrn, wie auch
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einige sechzig Bürger nieder. Einige wenige von der Partei des Pei» <
thias flüchteten sich auf den attischen Dreiruderer, der noch im
Hafen lag.