„Was nun unser letztes Unrecht gegen euch betrifft, daß ihr
nämlich sagt, wir seien wider alles Recht mitten im Frieden und zur
Zeit des Neumondfestes gegen eure Stadt gezogen, so glauben wir
auch hierin nicht schuldiger zu sein als ihr selbst. Sind wir aus
eigenem Antriebe fechtend gegen eure Stadt gerückt und haben, wie
Feinde zu thun pflegen, euer Land verwüstet, so sind wir schuldig; wenn
aber Männer, die durch Reichthum und Geschlecht unter euch die ersten
waren, in der Absicht, euch von dem auswärtigen Waffenbündniß
abzubringen und zum gemeinsamen Bunde der Gesammtböoten
zurückzuführen, uns aus freiem Antrieb ihrerseits herbeigernsen haben,
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worin besteht dann unser Unrecht? Da ist doch die Schuld eher auf
Seiten der Führer als bei denen, die nur folgen. In der That aber
haben nach unserem Urtheil weder jene gefehlt, noch auch wir. Sie
waren Bürger so gut als ihr und haben mehr als ihr auf's Spiel
gesetzt, als sie uns die Thore öffneten. Und indem sie uns in
freundlicher , nicht in feindlicher Absicht in eure Stadt brachten, wollten sie
nur die Schlechteren unter euch hindern, noch schlechter zu werden,
und die Besseren in die verdienten Rechte einsetzen. Sie wollten eure
Einsicht zur Vernunft lenken und die Stadt keineswegs ihrer Bürger
berauben, sondern sie nur der eigenen Stammverwandtshcaft
zurückgeben und euch mit Niemanden verfeinden, sondern mit allen Parteien
gleich freundlich stellen."