Als diese Männer und Saläthos angekommen waren,
ließen die Athener den Saläthos sogleich hinrichten, obwohl er
manche Versprechungen machte, neben Anderem auch, daß er die
Peloponnesier zum Abzug von Platäa bewegen wolle; denn diese Stadt
wurde immer noch belagert. Wegen der Mytilenäer aber
berathschlagten sie erst, und in ihrer Erbitterung faßten sie Beschluß, nicht nur die
nach Athen Gebrachten, sondern Alles in Mytilene, was die mann-
baren Jahre erreicht habe, hinzurichten, Weiber und Kinder aber zu
Sklaven zu machen. Dabei machten sie ihnen nicht nur zum
besondern Vorwurf, daß sie überhaupt abgefallen, obfchon sie die
Herrschaft der Athener nicht in der Art wie die Uebrigen zu ertragen
hatten ^), sondern es war besonders das Erscheinen der peloponnesischen
Schiffe in den Ionischen Gewässern, was ihre Aufregung vermehrte,
die auf eigene Gefahr es gewagt hätten, jenen zu Hülfe zu
kommen 23). Denn daraus schien hervorzugehen, daß der Abfall von
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langer Hand vorbereitet sei. Zur Uebermachung des Beschlusses
schickten sie dann einen Dreiruderer an den Paches und befahlen ihm,
mit den Mytilenäern so rasch wie möglich ein Ende zu machen. Am
folgenden Tage schon faßte sie indeß eine gewisse Reue, und sie
besannen sich, es sei doch ein unmenschlicher Beschluß und es wolle viel
heißen, eine ganze Stadt zu verderben und nicht die Schuldigen
allein. Als dieß die anwesenden Gesandten der Mytilenäer und ihre
Freunde unter den Athenern merkten, so bearbeiteten sie die Staats-
beamten, die Sache nochmals zur Abstimmung bringen zu lassen, und
sie überredeten sie dazu um so leichter, da es auch ihnen selbst deutlich
geworden war, daß es die Mehrzahl der Bürger gern sehe, wenn
ihnen jemand die Möglichkeit biete, die Sache nochmals zu berathen.
Als nun die Volksversammlung allsogleich zusammenberufen worden
und Verschiedene, ein Jeder seine Meinung darlegten, so trat auch
Kleon, des Kleänetos Sohn, wieder auf, der schon das erste Mal das
Todesurtheil durchgesetzt hatte, übrigens auch sonst der
Gewaltthätigste unter den Bürgern war und das Vertrauen des Volks wie
kein Anderer damals besaß, und redete also: