.Die Athener aber, die sowohl von der Seuche bedrängt
waren, als auch von dem Kriege, der eben recht in Gang kam und mit
Anstrengung betrieben wurde, dachten, es sei eine schlimme Sache,
wenn auch noch die Lesbier mit ihrer Flotte und ihrer ungeschwächten
Macht auf die Seite ihrer Feinde treten sollten. Deßhalb mochten sie
Anfangs jenen Anklagen keinen Glauben schenken, und weil sie nicht
wünschten, daß sie wahr seien, so trösteten sie sich eines großen Theiles
damit, daß sie wohl auch wirklich nicht begründet seien. Als sie aber
dann durch abgeordnete Gesandte die Mytilener nicht dahin vermögen
konnten, mit der Verpflanzung der Einwohner und den
Kriegsrüstungen auszuhören, so wurden sie wirklich besorgt und beschlossen ihnen
zuvorzukommen. Sie schickten also schleunigst vierzig Schiffe, die
fertig gerüstet lagen , um nach dem Peloponnes unter Segel zu gehen,
dorthin ab. Kle'ippides, des Deinias Sohn, befehligte sie selbdritt.
Es war ihnen nämlich gemeldet worden, daß das Fest des Apollo
Maloeis") bevorstehe, welches die Mytilenäer insgesammt außerhalb
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der Stadt feierlich zu begehen pflegten, - und wenn die Fahrt
beschleunigt würde, so könne man sie vielleicht unvermuthet übersallen. Der
Versuch könne wohl gelingen. Gelänge er aber nicht, so solle an die
Mytilenäer die Aufforderung ergehen, ihre Schiffe auszuliefern und
die Mauern niederzureißen, und wollten sie sich darein nicht fügen, so
solle der Krieg beginnen. Diese Schiffe beeilten nun ihre Fahrt. Die
zehn Dreiruderer der Mytilenäer aber, welche dem Bundesvertrag
gemäß als Hülfsgeschwader bei ihnen lagen, hielten die Athener zurück
und brachten die Bemannung in festen Gewahrsam. Den Mytilenäern
aber that ein MannH der von Athen nach Euböa übersetzte, dort zu
Lande bis nach Geraistos ging, von hier mit einem glücklicher Weise
angetroffenen Frachtschiff absegelte und so in drei Tagen von Athen
nach Mytilene kam, Meldung von der ansegelnden Flotte. Diese nun
unterließen den Auszug nach Maloeis und hielten im Uebrigen gut
Wache, nachdem sie um die unvollendeten Theile der Häfen und der
Mauern Verfperrungen angelegt hatten.