Desselbigen Winters litten die Platäer sehr durch Mangel
an Nahrung-Mitteln, denn sie wurden immer noch von den
Peloponnesiern und Böotiern belagert. Nun war auf Hülfe von Athen
keine Hoffnung, noch zeigte sich sonst eine Rettung, und darum
beschlossen sie selbst und die, welche von den Athenern mit ihnen die
Belagerung aushielten, zuerst in Gesammtheit die Stadt zu verlassen
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und die Mauer der Feinde zu übersteigen, wenn sie es zwingen
könnten. Den Anschlag dazu gaben ihnen Theänetos, des Telmides
Sohn, ein Wahrsager, und Eumolpides, Sohn des Daimachos, der
auch den Oberbefehl bei ihnen führte. Später aber wurde die Hälfte
von ihnen wieder unentschlossen, weil sie die Gefahr für zu groß
hielten, und es blieben nur ungefähr zweihundertnndzwanzig Mann
freiwillig bei dem Entschlüsse und führten denselben also aus. Sie
machten Leitern von gleicher Höhe mit der Mauer der Feinde. Das
Maß dazu nahmen sie an den aufeinanderliegenden Schichten der
Ziegelsteine, an einer Stelle, wo die ihnen zugewandte Mauer nicht
überkleidet war. Es zählten nämlich mehrere von ihnen zugleich
diese Schichten, und hätte auch der Eine oder Andere sich geirrt, so
konnte sich doch die Mehrzahl in der richtigen Zählung nicht täuschen,
zumal sie auch öfter zählten und die Mauer überdies; nicht weit
entfernt war, sondern die Stelle derselben, die sie brauchten, ziemlich
genau gesehen werden konnte. Auf diese Weise nahmen sie das Maß
zu den Leitern, indem sie nach der Dicke der einzelnen Steine die
nöthige Länge bestimmten.