„Was ist das also für eine Freundschaft, und wie fest ist
die Freiheit begründet, in welcher wir einander freundlich und beflissen
begegneten, während es uns beiden ganz anders um's Herz war? Im
Kriege haben jene aus Furcht uns den Hof gemacht, im Frieden
thaten wir dasselbe ihnen gegenüber. Während bei Andern gegenseitiges
Wohlwollen das Vertrauen vorzüglich kräftigt, war es bei uns die
Furcht, was unser Verhältniß zusammenhielt. Mehr durch Furcht als
durch Freundschaft zurückgehalten, blieben wir ihre Bundesgenossen,
und wer zuerst von uns beiden in seiner Sicherheit den Muth dazu
gesunden hätte, der würde auch zuerst bereit gewesen sein das
Verhältniß zu brechen. Wenn also Einer glaubt, wir seien im Unrecht
srüher abzufallen, weil jene noch zögerten die uns zugedachten
Feindseligkeiten zu eröffnen, und wir hätten vielmehr abwarten sollen, bis
wir gewiß wußten, daß von ihrer Seite etwas drohe, — der urtheilt
nicht richtig. Denn wären wir in der Lage gewesen, im Besitze
gleicher Mittel, ihren Anstalten unsere Anstalten, ihrer Zögerung unsere
Zögerung entgegenzustellen, so hätten wir uns allerdings ganz nach
ihrem Benehmen richten müssen. Da aber jene die Möglichkeit hatten
1
2
zu jeder Zeit anzugreifen, so muß es auch uns freistehen, uns im
Voraus sicher zu stellen."