„Darum will ich auch euch, die hier anwesenden Eltern
dieser Tapferen, nicht beklagen, sondern zu trösten suchen. Glück
und Unglück, das wißt ihr, wechseln beständig im menschlichen
Leben; glücklich, wem ein so schönes Ende wie ihnen oder eine
so edle Trauer wie euch zuteil wird, wem nach einem glück
lichen Leben auch ein glücklicher Tod beschieden ist. Ich weiß,
es ist schwer, euch über einen Verlust zu trösten, an den ihr,
wenn ihr andere ein Glück genießen seht, dessen ihr euch einst
auch freuen durftet, immer von neuem erinnert werdet. Ein
Glück, das man nie gekannt, zu entbehren, tut nicht weh, weh
aber, ein Glück zu verlieren, an das man gewöhnt war. Wer
von euch noch in dem Alter ist, daß er auf Kinder hoffen kann,
mag sich an solcher Hoffnung aufrichten. Die neuen Kinder
werden den Eltern ein Trost für die verlorenen sein, die Stadt
aber wird davon den doppelten Vorteil haben, daß sie an
Bürgern nicht ärmer wird und an Sicherheit gewinnt. Wer
nicht selbst auch Kinder zu verlieren hat, dem wird da, wo es
sich um Fragen des Gemeinwohls handelt, auch das volle Ver
ständnis für die Gefühle und Interessen seiner Mitbürger
fehlen. Ihr aber, die ihr über dies Alter hinaus seid, freut
euch, daß ihr den größten Teil eures Lebens glücklich gewesen
seid, und daß es bald mit euern Tagen zur Neige geht, und
zehrt hinfort vom Ruhme eurer Söhne; denn nur der Ehrgeiz
altert nicht, und das, woran sich das tatenlose Alter am
meisten freut, ist nicht, wie man wohl behauptet, das Geld,
sondern die Ehre.