Sophocles Oedipus at Colonus 1601

ed. Lewis Campbell

πάγον μολοῦσαι τάσδʼ ἐπιστολὰς πατρὶ

Oedipus at Colonus. Sophocles. ed. Lewis Campbell. Oxford. 1879.

Current edition Experimental

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Editions (1)
Greek (F. Storr, 1912) (OCR draft) Experimental (Greek (F. Storr, 1912)) — 1579-1669 focus
Translations (2)
German (J. J. C. Donner, 1875; OCR review) (OCR draft) Experimental (German (J. J. C. Donner, 1875; OCR review)) — 1620 focus
So schluchzten Alle, weinten laut und hielten sich
Einander fest umschlungen. Als sie dann gelangt
Zum Ziel der Klagen, und der Jammerruf verscholl:
Da herrschte Schweigen. Plözlich traf ein fremder Laut
1605
Sein Ohr, ihn rufend, und sofort erzitterten
Sie all', in Grausen sträubte sich ihr Haar empor.
Denn viel und vielfach rief ihn an des Gottes Mund:
„O komm, o komm doch, Dedipus! Was zaudern wir,
Zu gehen? Allzulange wird von dir gesäumt."
1610
Und als er wahrnahm, daß der Gott ihn fordere,
Berief er Theseus, dieses Landes Herrn, zu sich.
Als dieser hertrat, sprach er: „o geliebtes Haupt,
Gib deiner Rechte treues Pfand den Kindern hier,
(Und, Töchter, ihr, dem König,) und gelobe, sie
1615
Freiwillig nie zu lassen und wohlmeinend stets
Zu thun an ihnen, was du glaubst, das ihnen frommt."
Und er, von eitler Klage fern, verhieß dem Gast,
Der edle Herrscher, dies zu thun, mit hohem Eid.
Nachdem er das vollendet, legt der Greis sofort
1620
Den schwachen Arm um beide Jungfrau'n und beginnt:
„Kinder, tragen müsset ihr's mit starkem Sinn,
Aus diesem Raum zu scheiden, dürft Verbot'nes nicht
Zu schau'n verlangen, unserm Wort nicht lauschen hier.
Drum eilt geschwind von hinnen; Theseus bleib' allein
1625
Zurück, der Herrscher, anzuseh'n, was hier geschieht."
Nur diese Worte hörten wir aus seinem Mund,
Wir alle; samt den Töchtern dann enteilten wir,
Und weinten viel und schluchzten. Auf dem Wege nun,
Nach kurzer Weile wandten wir das Haupt zurück,
1630
Und sah'n den Alten nirgends mehr an jenem Ort,
Und nur den König, vor das Haupt die Hand gestreckt,
Die Augen sich verhüllen, als wär' ihm ein Bild
Des Grau'ns erschienen, unerträglich seinem Blick.
Nur kurz indessen währt' es noch, so sahen wir
1635
Ihn niederknieen und in Einem Spruch zugleich
Zum Götterhaus Olympos und zur Erde fleh'n.
Doch welcher Tod den Greis entrückt, kein Sterblicher
Weiß das zu sagen, außer Theseus' Haupt allein.
Denn weder hat ihn Gottes feuertragender
1640
Blizstrahl hinabgeschmettert, noch ein Sturm entrafft,
Der aus dem Meere sich erhob zu dieser Zeit:
Nein, Götterhand entführt' ihn, oder Hades' Thor,
Das sonnenlose, that sich ihm wohlwollend auf.
Denn ohne Krankheit, ohne Schmerz und Seufzer ward
1645
Der Mann hinweggenommen, hehr und wunderbar,
Wie nie ein Mensch! Wenn meine Rede thöricht scheint,
So will ich Keinem wehren, der mich thöricht nennt.
English (Sir Richard Jebb, 1904) (OCR draft) Experimental (English (Sir Richard Jebb, 1904)) — 1579-1668 focus

Commentary

Commentary (Lewis Campbell, 1879) (OCR draft) (Commentary (Lewis Campbell, 1879)) focus

1600-1601. mvp-comment-855-1 There does not appear to be sufficient reason for construing these words with Hermann, 'The hill which commands a view of the temple of Demeter Chloe. Although the temple near the Acropolis, mentioned by Pausanias and the Scholiast, cannot be meant, there may well have been other places in the neighbourhood sacred to the same Goddess. Transl. The eminence, full in view, of Demeter, who makes the tender blade to grow. The knoll, a quarter of a mile to the east of Colonus, has some remains of buildings, and is plentifully supplied with water at the present day. See Introd. p. 283.

1601. mvp-comment-856-1 τάσδ᾽ ἐπιστολάς Abstract for concrete, Brought these commands,' i.e. The things thus commanded.