Ende! Wohin reißt der Schmerz dich? Auf, und geh' in's Haus hinein!
Oedipus.
Folg' ich denn, obwohl mit Sträuben!
Kreon.
Alles gut zu seiner Zeit.
Oedipus.
Weißt du, was ich scheidend hoffe ?
Kreon.
Sprich es aus, dann weiß ich es.
Oedipus.
Sende mich hinaus zum Lande!
1480
Kreon.
Das erflehe dir vom Gott!
1480
Oedipus.
Doch verhaßt bin ich den Göttern.
Kreon.
Drum erfüllt dein Wunsch sich schnell.
Oedipus.
Meinst du?
Kreon.
Was ich nicht erkannte, sprech' ich niemals blindlings aus,
Oedipus.
Nun, so führe mich von hinnen!
Kreon.
Geh und laß die Kinder hier.
Oedipus.
Nimmermehr entreiße die mir!
Kreon.
Ringe nicht nach jedem Sieg!
Was du dir ersiegt, es folgte nicht getreu durch's Leben dir.
1485
Der Chor.
Ihr Bewohner meiner Thebe, sehet, das ist Oedipus,
Der entwirrt die hohen Käthsel und der Erste war an Macht,
Dessen Glück die Bürger alle priesen und beneideten,
Seht, in welches Mißgeschickes grause Wogen er versank!
Drum der Erdensöhne keinen, welcher noch auf jenen Tag
1490
Harrt, den lezten seiner Tage, preise du vorher beglückt,
Eh' er drang an's Ziel des Lebens, unberührt von Schmerz und Leid.
Oedipus Tyrannus. Sophocles. Johann Jakob Christian Donner (Translator). . .