CHOR
Glückselige, deren Geschick nie Weh gekostet!
Wem das Haus je Götter erschütterten, niemals
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lässet Fluch ihm ab, von Geschlecht zu Geschlechte schreitend;
gleichwie gethürmter Wogen Zug,
wann vom Thrakersturm geschwellt
er nieder zur dunkelen untersten Meerestiefe steigt,
vom Abgrund auf den schwarzen Meersand wühlet, und von donnerndem
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Gebraus' ertönt die flutgeschlagne Küste.
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Im Hause des Labdakos seh' uraltes Leid ich
stets erneut aufs Leid der Geschiedenen stürzen;
nimmerdar befreit ein Geschlecht das Geschlecht, hinab wirft
ein Gott sie, löset nie den Fluch.
580
Noch erglänzte sonst ein Strahl
des Lichtes der letzten Wurzel im Haus des Oedipus;
nun rafft selbst diese noch hinweg der Untergötter blutig Grab,
des Rathes Unsinn und der Seel' Erinys.
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Wer mag deine Gewalt, o Zeus, kühn aufhalten in frevlem Hochmuth,
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die nimmer der Schlaf fahet, der Allentkräfter,
Monden! In nie alternder Zeit bewohnst du
des Olympos lichten, strahlenden Gipfel, Herrscher!
In Vergangenheit und Zukunft
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ob Sterblicher Loos waltete sonder Unheil.
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Denn die schweifende Hoffnung beut oft wohl vielen der Männer Segen,
doch vielen der leichtsinnigen Wünsche Täuschung;
595
Nimmer-bewuſstem kommt sie,
bis er den Fuſs senget an heifser Flamme.
Das gepries'ne Wort drum scholl von des Weisen Munde,
dem, welchem den irren Sinn
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der Gott lenkt zum Unheil.
Nur mindeste Zeit wandelt er sonder Unheil.