BOTE
So war dieSache. Wie wir weggegangen
Von dir, als du Gewaltiges gedrohet,
So wischten allen Staub wir ab, der um
425
Den Todten, wohl den nassen Leib entblöfsend ;
Und sezten uns auf hohen Hügel, an die Luft;
Dafs er Geruch nicht von sich gebe, fürchtend.
Es regt’ ein Mann den andern auf und drohte,
Wenn einer nicht die Arbeit achten würde.
430
Und lange blieb es so, bis auseinander brechend
Der Sonne Kreis sich bükte grad herab +
Vom Aether, und der Brand erglühte .Plözlich hub
Vom Boden dann ein warmer Sturm den Wirbel,
Der Himmlisches betrübt, das Feld erfüllt und reifst
435
Die Haare rings vom Wald des Thals, und voll ward
Davon der grofse Aether; wir verschlossen
Die Augen, hatten göttlich Weh, und als
Wir frei davon, in guter Zeit hernach,
So wird das Kind gesehn und weinet auf
440
Mit scharfer Stimme, wie ein Vogel trauert,
Wenn in dem leeren Nest verwaist von Jungen er
Das Lager sieht. So sie, da sie entblöfst
Erblikt den Todten , jammerte sie laut auf,
Und fluchte böse Flüche, wers gethan,
445
Und bringet Staub mit beiden Händen, schnell,
Und aus dem wohlgeschlagnen Eisenkruge kränzt
Sie dreimal mit Ergielsungen den Todten.
Wir, die’s gesehen, kamen, haschten sie,
Die nicht betroffen war, und klagten sie
450
Des jezigen und schongeschehnen an.
Sie läugnet’ aber nichts mir ab, und war
Lieblich zugleich und auch betrübt, vor mir.
Denn, dass man selbst entflieht aus Uebeln, ist
Das angenehmste. Doch ins Unglük Freunde
455
Zu bringen, ist betrübt. Doch dieses alles
Ist kleiner, als mein eignes Heil zu nehmen.