Euripides Orestes 1549-1693

ed. Gilbert Murray

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Orestes. Euripides. ed. Gilbert Murray. Oxford. 1913.

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Current edition Perseus

Ὀρέστης (Greek) (Euripides. Euripidis Fabulae, Vol. III. Murray, Gilbert, editor. Oxford: Clarendon Press, 1913. (Reprinted 1920-1978))

Translations (3)
Orestes Perseus (Euripides. The Plays of Euripides, Vol. II. Coleridge, Edward P., translator. London: George Bell and Sons, 1891. (Modernized by Perseus.)) — 1549-1691 focus
Orestes (OCR draft) Experimental (Orestes. Robert Potter's English verse translation, first published in 1781–1783; text from the 1808 Oxford printing.)

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German (J. J. C. Donner, 1841; OCR review) (OCR draft) Experimental (Euripides. Deutsch in den Versmaßen der Urschrift. Volume 1, Heidelberg: C. F. Winter, 1841. Harvard OCR compared with an independent BSB copy. Native Donner verse citations, Murray reference cards, explicitly located notes and page facsimiles. Unresolved OCR, verse divisions, unlocated notes and printed errata are documented in the source review.) — 1549 focus
Aber auch den Menelaos seh' ich dort dem Hause nah'n,
Rasches Schrittes: wohl das Ungluck hört' er, das sich nun begab.
1540
Baudert ihr, legt ihr die Riegel nicht des Thores Flügeln an,
Ihr im Hause, Kinder Atreus'? Furchtbar ist ein Gluck: licher
Für des Unglücks Sohn', Orestes, wie du jezt unglucklich bist.
Ich komme, horend von der kühn verwegnen That
Des Lowenpaares: Männer nenn' ich diese nicht.
1545
Wohl hab' ich nun vernommen, daß mein Ehgemahl
Nicht ward gemordet, sondern unsichtbar verschwand:
Ein eitel leer Gerede, das, betäubt von Furcht,
Mir Einer meldet'. Aber das ist eine List
Des Muttermorders, lächerlich ersonnen, traun!
1550
Das Haus geoffnet! Diener, schlagt die Pforten ein,
Gebiet' ich, daß wir meine Tochter wenigstens
Erretten aus der blutbefleckten Männer Hand,
Und mein verloren, jammervoll gemordet Weib
Empfangen, welcher zugesellt im Tode nun
1555
Das Paar der Mörder fallen muß von meiner Hand.
(erscheint auf der Höhe des Palastes.)
Ach, ach! Nimmer üb' ein solches Werk!
Menelaos, hemme deinen zornentbrannten Muth,
1615
(Ich Sohn der Leto, Phobos, nah' und rufe dir,)
Auch du, Orestes, der den Stahl auf diese zückt,
Damit du horest, was ich euch zu melden kam.
Die Du, dem Gatten grollend, erst in schwerem Zorn
Ermorden wolltest und verfehltest, Helena,
1620
Sie ist es, die ihr droben seht im Aetherraum,
Gerettet, und nicht hingestreckt von deinem Arm.
Ich habe sie gerettet und (denn also hat
Mir Vater Zeus geboten) deinem Schwert' entrückt.
Denn ewig muß sie leben als die Tochter Zeus',
1625
Und Kastor und Polydeukes hoch im Aetherraum
Zur Seite sizen, Schuz und Schirm den Schiffenden.
Du führ' ein andres Mädchen heim in dein Gemach!
Um ihrer Schönheit willen hat der Götter Rath
zu Hader Hellas ausgereizt und Phrygia,
1630
Und Mord gesendet, um die Welt vom Uebermuth
Der Menschenmengen ohne Zahl zu reinigen.
Dies sag' ich wegen Helena's. Du, weiche nun,
Sprößling Agamemnons, aus den Gränzen dieser Stadt,
Und wohn' ein Jahr durch auf den Hohn Parrhasia's.
1635
Dereinst, im Namen deine Flucht verewigend, 3
Heißt Dresteion eine Stadt Arkadia's.
Von dort gelangst du nach der Athender Stadt;
Da mußt du Rede stehen für der Mutter Mord
Den Eumeniden: Richter sind die Götter dir;
1640
Auf Ares' Hügel werden sie gerechten Spruch
Dir sprechen, daß du deiner Straf entlassen wirst.
Doch diese, die dein Stahl bedroht, Hermione,
Ist als Gemahlinn dir bestimmt, und der sie heim
zu führen wähnt, Neoptolemos, erhält sie nie.
1645
Denn durch ein Schwert der Delpher ist ihm Tod verhängt,
Wann er des Vaters Mord an mir zu rächen kommt. 4
Die Schwester gib dem Freunde, dem du sie gelobt, 5
Zum Weibe: seiner wartet noch ein glucklich Loos.
Du laß Dresten König sein in Argos Stadt,
1650
Menelaos; geh und herrsch' im Spartiatenland,
Der Gattinn Morgengabe, die, zahlloses Leid
Dir immerdar bereitend, dich hieher geführt.
Zu seinen Gunsten stimm' ich nun der Bürger Sinn;
Ich war's ja, welcher ihm gebot den Muttermord.
1655
Loxias, Prophete, kein trugvoller Spruch,
Ein lautrer, achter also kam aus deinem Mund.
Mich hatte Furcht ergriffen, böser Geister Ruf
Hått ich vernommen und gewähnt, ich höre dich.
Nun wird es wohl sich enden; ich gehorche dir. 6
1660
Sieh denn, ich lasse, todte nicht Hermionen,
Und will sie freien, wenn der Vater sie mir gibt.
So zieht nun eueres Weges, und ehrt
Eirenen, die holdeste Göttinn! Ich
Will Helena führen zu Zeus' Wohnsiz;
Am leuchtenden Sternpol schweb' ich empor,
1675
Wo, Hebe'n, Herakles' Weibe, gesellt,
An Hera's Seite, sie fortan thront
Als Gottheit, stets durch Opfer geehrt,
Mit dem Zwillingsgestirn, mit den Söhnen des Zeus
Durch's Meer die Piloten geleitend.
1680