Euripides The Phoenician Women 1067-1280

Edward P. Coleridge (Translator)

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The Phoenician Women. Euripides. Edward P. Coleridge (Translator). London. 1891.

Sponsored by Perseus Project, Tufts University.

Funding provided by The Annenberg CPB/Project.

Current edition Perseus

The Phoenician Maidens (English) (Euripides. The Plays of Euripides, Vol. II. Coleridge, Edward P., translator. London: George Bell and Sons, 1891. (Modernized by Perseus.))

Editions (1)
Φοίνισσαι Perseus (Euripides. Euripidis Fabulae, Vol. III. Murray, Gilbert, editor. Oxford: Clarendon Press, 1913. (Reprinted 1920-1978)) — 1067-1283 focus
Translations (2)
The Phoenician Virgins (OCR draft) Experimental (The Phoenician Virgins. Robert Potter's English verse translation, first published in 1781–1783; text from the 1808 Oxford printing.)

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German (J. J. C. Donner, 1841; OCR review) (OCR draft) Experimental (Euripides. Deutsch in den Versmaßen der Urschrift. Volume 1, Heidelberg: C. F. Winter, 1841. Harvard OCR compared with an independent BSB copy. Native Donner verse citations, Murray reference cards, explicitly located notes and page facsimiles. Unresolved OCR, verse divisions, unlocated notes and printed errata are documented in the source review.) — 1067 focus
He! Wer verweilt denn an des Hauses Pforten hier?
Frisch, öffnet! Hollah! Ruft Jokaste mir heraus!
Hollah noch Einmal! Lange währt es; aber komm
Nur izt, und höre, würdige Frau des Dedipus;
1060
Gebeut des Grames Thränen, laß die Klage ruhn.
Zuerst heran zog eine Kriegerschaar, umstrahlt
Von dichtgedrängter Schilde Glanz, auf Neïs' Thor
1095
Mit Parthenopdos, jenem Sohn der Jägerinn,
Der auf des Schildes Mitte sein Stammzeichen führt:
Atalanta, die den Eber mit ferntreffendem
Geschoß bewältigt. Gegen Protos' Thor sodann,
Mit seinen Opferthieren auf dem Wagen, fuhr
1100
Der Seher Amphiaraos, der kein stolzes Bild,
Nein, ohne Zeichen sein bescheidnes Schild erhob.
Dann auf Dyyges' Pforte drang Hippomedon
Heran; zum Zeichen führt' er auf des Schildes Rund
Den Argos, der aus eingegrabnen Augen rings
1105
Umschaut, die einen offnend, wann der Sterne Licht
Aufgeht, die andern schließend, wann es niedergeht:
So sahn wir nachher, als der Held verschieden war.
Un Homoloeus' Thoren hielt mit seiner Schaar
Tydeus: ein struppig Lowenfell bezeichnete
1110
Sein Schild; in seiner Rechten schwang er die Fackel, wie
Titan Prometheus, anzuzünden diese Stadt.
Dein Polyneikes führte dann sein Kriegerheer
Zum Quellenthor; auf seinem Schilde bäumten sich
Die raschen Rosse Potind's in scheuer Furcht,
1115
Und drehten sich nach innen um des Schildes Griff
Kunstvoll in Kreisen, daß es schien, als rasten sie.
Zum Thor Elektra's ruckte Kapaneus heran,
Der groß im Kampfe, gleich dem Schlachtengott, sich dunkt;
L
Auf seinem Eisenschilde stand ein Erdensohn,
1120
Ein Riese, der auf hoher Schulter trug die Stadt, 1
Die er mit Hebeln aus dem Grund der Erde riß:
Für uns ein Sinnbild, was die Stadt erdulden soll.
Am siebten Thore stellte sich Adrastos auf;
Im linken Arme trug er Argos Ruhm, den Schild, 2
1125
Den Hydra mit den hundert Drachenkopfen ganz
Erfüllte: Schlangen trugen Sohn' aus Kadmos' Stamm
In ihrem Rachen mitten aus der Stadt hinweg.
Von diesem Allem konnt' ich schaun ein Jegliches,
Als ich den Führern rings entbot des Kampfes Wort.
1130
Und nun begannen wir die Schlacht mit Bogen und
Mit Speeren und der Schleuder fernhintreffendem
Gewicht und Felsentrummern. Als wir siegten schon,
Rief plözlich Deneus' Sprößling und dein Sohn mit ihm:
„Ihr Danaiden, eh die Würs euch todteten,
1135
Was säumt ihr, alle mit Einmal auf die Thor' hinein
Zu stürzen, Fußvolk, Wagenführer, Reisige?"
Nachdem sie solchen Ruf gehört, war Keiner tråg:
Es sanken Viel mit blutbenezten Häuptern hin,
Und vor den Mauern sah man wohl der Unsrigen
1140
Kopfüber Manche stürzen, die den Geist verhaucht;
Mit Stromen Blutes tränkten sie das dürre Land.
Da stürzt der Sohn Atalanta's, jener Arkadier, 3
Gleich einem Sturmwind, auf die Thor' heran, und ruft
Nach Glut und Aexten, auszurotten diese Stadt;
1145
Doch Periklymenos hielt zuruck den Tobenden,
Der Sohn Poseidons, schleudert eine Wagenlast
Vom Simms der Mauer, einen Stein, nach seinem Haupt,
Berschmettert' ihm den blonden Lockenkopf, zerriß
Der Knochen Bänder, und besudelt' ihm sofort
1150
Mit Blut die rothe Wange: lebend kehrt er nie
Zur bogenkundigen Mutter auf den Månalos.
Als Eteokles dieses Thor gesichert sah,
Da ging er fort zu andern, ich begleitet ihn.
Nun seh' ich Tydeus und um ihn Schildträger rings,
1155
Die nach der Thürme hohem Klanz atolische
Wurfspeere schleudern, daß hinab die Mauerhohn
Sich unsre Streiter fluchten. Doch dein edler Sohn 4
Versammelt diese wiederum, dem Jäger gleich,
Und stellt sich auf die Thürme. Dann enteilten wir
1160
Nach andern Thoren, als wir dieser Noth gewehrt.
Doch wie beschreib' ich Kapaneus' tollkühne Wuth?
Der langen Leiter schwere Wucht in den Hånden, kam
Er stolz dahergeschritten, rief großsprecherisch:
Nicht hemmen werd' ihn auch des Zeus erhabne Glut,
1165
In Grund zu stürzen Kadmos' hochgelegne Burg.
Und also rief er prahlerisch und klomm zugleich,
Umsaust von Steinen, unter seinen Schild gekrümmt,
Die glatten Leiterstufen Schritt um Schritt empor.
Hinauszudringen strebt' er schon zum Mauerkranz;
1170
Da treffen ihn Zeus' Blize: laut erdonnerte
Die Erde, Furcht hielt Alle stumm: die Stufenreihn
Hinabgeschleudert, flog zerrissen Glied um Glied;
Das Haar empor zum Himmel, auf das Land sein Blut;
Und Hånd' und Füße wirbeln, gleich Irions Rad,
1175
Im Kreis; zur Erde fiel verbrannt der todte Rumpf.
Da nun Adrastos solchen Zorn des Zeus erkannt,
Führt' Argos Heer er außerhalb des Walls zurück.
Doch wie das frohe Zeichen sahn die Unseren,
Beflügeln ihre Wagen dort die Reisigen,
1180
Hier stürzt das Fußvolk mitten auf des Feindes Heer
Zum Lanzenkampfe; rings vereint sich alle Noth:
Sie starben; nieder stürzten sie vom Wagensiz,
Die Råder sprangen, Axe sank auf Are hin,
Und Leichen thûrmten über Leichen sich empor.
1185
Bis diesen Tag denn haben wir den Untergang
Von unsern Thürmen abgewandt; ob kunstig auch
Das Gluck dem Lande lächelt, ruht in Götterhand.
Wohl haben Gutes Götter und Geschick verhängt;
Denn meine Kinder leben, frei ward unser Land.
Doch Kreon muß wohl Dedipus' Verirrungen
Und meinen Ehbund büßen durch des Sohnes Tod,
So scheint es; Heil bringt dieser zwar des Kadmos Stadt,
1195
Doch ist er ihm betrübend. Sage weiter mir,
Was meine Kinder nun zu thun entschlossen sind.
Schon hüllten sich in erzumstarrte Rüstungen
1230
Die beiden Jüngling' aus dem Stamm des Dedipus,
Und Freunde schmückten, dort das Haupt vom Theberland
Die Besten Thebe's, jenen Argos' Edelste.
Da stehn sie blizend, wechseln nicht die Farbe, glühn
Voll Wuth, mit Speeren auf einander loszugehn.
1235
Die Freunde kamen hier heran und kamen dort,
Mit Worten sie ermunternd; also sprachen sie:
„Nun, Polyneikes, kannst du Zeus ein Siegesbild
Aufrichten und den Danaïden Ruhm verleihn."
Zum Eteokles sagten sie: „nun gilt dein Kampf,
1240
Die Stadt, den Thron erringst du, wenn du jezo siegst."
So redend, reizten sie zum Kampf die Brüder an.
Die Seher schlachten Schafe dann, und nehmen wahr
Der Opferflammen, die sich vielfach winden bald,
Bald auch in Spizen leuchtend glühn, und zweierlei
1245
Den Kämpfern, Sieg und Untergang, verkündigen.
Doch wenn du Abwehr oder auch ein kluges Wort
Weißt oder Zaubertränke; geh und halte fern
Vom grausen Kampf die Sohne: groß ist die Gefahr,
Und Thränen werden nach dem Kampf dein bittrer Lohn. 5
1250
(ab.)