Euripides Helen 164-250

Edward P. Coleridge (Translator)

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Helen. Euripides. Edward P. Coleridge (Translator). London. 1906.

Sponsored by Perseus Project, Tufts University.

Funding provided by The Annenberg CPB/Project.

Current edition Perseus

Helen (English) (Euripides. The Plays of Euripides, Vol. I. Coleridge, Edward P., translator. London: George Bell and Sons, 1906. (Modernized by Perseus.))

Editions (1)
Ἑλένη Perseus (Euripides. Euripidis Fabulae, Vol. III. Murray, Gilbert, editor. Oxford: Clarendon Press, 1913. (Reprinted 1920-1978)) — 164-251 focus
Translations (2)
Helen (OCR draft) Experimental (Helen. Robert Potter's English verse translation, first published in 1781–1783; text from the 1808 Oxford printing.)

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German (J. J. C. Donner, 1845; OCR review) (OCR draft) Experimental (Euripides. Deutsch in den Versmaßen der Urschrift. Volume 2, Heidelberg: C. F. Winter, 1845. Harvard OCR compared with an independent BSB copy. Native Donner verse citations, Murray reference cards, explicitly located notes and page facsimiles. Unresolved OCR, verse divisions, unlocated notes and printed errata are documented in the source review.) — 164 focus
Ich, in unendliche Qualen unendlicher Leiden versunken,
Wie durchkampf' ich den Gram? Welch trauerndes, thränenerfülltes
Klaglied sing' ich in Schmerz und Bekümmerniß?
165
Erste Strophe.
Ihr beschwingten jugendlichen Töchter Ge's, jungfrauliche
Sirenen! Daß ihr meinem Schmerz mit Libya's Rohrfldten, mit
Syringen nahtet, unversiegende
Thränen zollend meinem Leide, Lied um Lied und Klag' um
Klage;
Daß Persephassa Trauersangeschdre,
170
Zu meinem Grame stimmend,
Sendet'! Ich sång', ihre Wonne, Lieder
Um die Todten unter Zähren ihr hinab in's Haus der Nacht.
Der Chor tritt auf. Erste Gegenstrophe.
Bei des Meeres blauer Welle saß ich, auf des Rasens Grün
Die Purpurschleier sonnend rings im goldnen Strahl des
175
Helios,
Und ringsumher am schilsbewachsnen Strand.
Klåglich rief es da, des Jammers Ton vernahm ich, herbe
Klagen,
Den Tonen gleich der Najade, die, verlassen,.
Aufståhnt in bangen Lauten,
Wenn der Liebling in die Berg' entflohen,
180
Und im Schatten tiefer Schluchten über Pan's Untreue seufzt.
Zweite Strophe.
O Raub des Barbarschiffes, ihr, Jungfraun von Hellas' Flur!
Ein Schiffer kam, kam aus dem Achderland,
Bringt zu Thränen Thränen mir, meldet Troja's Untergang,
Das zerstört von Feindesflamme ward um mich, die Mörderin,
185
Ward um mich Unselige.
Auch Leda gab sich selbst
Im Schmerz über meine Schmach mit frevlem Strang den Tod;
Mein Gemahl, umhergestürmt im Meere, fand des Lebens Ziel;
Kastor und der andre Bruder, Doppelzier des Vaterlandes,
190
Schwanden, schwanden, flohn die Bahn, bestampft von Rossen, flohn die Kampfbahn
Am schilfreichen Strom Eurotas, ihre Junglingslust.
Zweite Gegenstrophe.
Welch thrånenwerthes Schicksal, weh, kam über dich, o Frau!
Dir fiel ein unglückseliges Erdenloos,
Als Kronion dich gezeugt, der, ein Schwan, durch helle Luft
195
Schimmernd flog in Leda's Schooß. Welches Leid blieb fern
Welches Unheil trugst du nicht?
Die Mutter ging dahin;
von dir?
Auch Zeus' Zwillingsöhnen lächelt nicht des Glückes Stern;
Dein Geburtsland siehst du nicht, und durch die Städte geht der Ruf,
200
Edle Frau, du habest fremder Liebe dich dahingegeben;
Dein Gemahl versank im Meere, Flut verschlang ihn; deine
Heimkehr
Beglückt nie dein Haus, nie Pallas' eh'rnen Tempel mehr.
Schlußgesang.
Welcher Mann aus Hellas, welcher Phryger war's,
Der die Fichte fållte, die so thranenreich
205
Für Troja ward, woraus der Priamide
Sich das unheilvolle Schiff zimmert' und auf fremdem Kiel
Segelt' hin zu meinem Herd,
Zu der ungluckseligen Schönheit,
Daß ich sein würde? Weh!
210
Kypris, ja, die Schlaue, that's, die Mörderin,
Brachte Tod den Danaërn, Tod den Priamiden.
Wehe mir um mein Geschick! Here, Zeus' erhabene
Gattin, auf dem goldnen Throne sizend,
Sie sandte Maja's Sohn, den schnellfußigen, der mich,
215
Als ich frische Rosenblätter las in meinem Schooße,
Zu Pallas' ehernem Hause sie zu tragen,
Durch heller Lüste Raum in dies segenlose Land entraffte,
Daß er argen Zwist erregte Priamos' und Hellas' Volk.
Und an Simois Gewässern hat
220
Mein Name nichtig eiteln Ruhm erlangt.