Wohlan! Des Grußes holde Lust ward mir zu Theil,
Und spåt hernach noch wollen wir die Lust erneu'n.
Nun aber, Alter, der so ganz gelegen kam,
Sprich, wie des Vaters Mörder ich bestrafen mag,
Und wie die Mutter, die des Frevlers Lager theilt?
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Sind wohl in Argos Freunde mir noch zugethan?
Ach, oder schwand mir Alles, wie mein Gluck, dahin?
Wem zugesellen darf ich mich? Nachts oder Tags?
Auf welchem Pfade stürzen wir auf meinen Feind ?
Der Greis.
Mein Sohn, du bist unglucklich, hoff' auf keinen Freund!
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Ein unverhoffter, seltner Fund ist solcher Schaz,
Daß Einer so das Bose, wie das Gute, theilt.
Doch du, von Grund aus bist du für die Freunde todt,
Und keine Hoffnung blüht dir mehr: so hore mich.
In deiner Hand ruht und im Glück all deine Macht,
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Womit du Stadt und Vaterhaus gewinnen mußt.
Orestes.
Doch was beginnend, kommen wir an dieses Ziel ?
Der Greis.
Thyestes' Sohn und deine Mutter todtest du.
Orestes.
Nach diesem Kranz verlangt mich: doch wie wird er mir?
Der Greis.
Nicht innerhalb der Mauern, ob du wolltest auch.
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Orestes.
Von Wachen, Lanzenträgern ist die Stadt umringt?
Der Greis.
Gewiß! Vor dir sich fürchtend, schläft er wenig nur.
Orestes.
Wohlan, so gib du deinen Nath uns jezt, o Greis!
Der Greis.
Und höre du mich; eben fiel mir Etwas ein.
Orestes.
D mögst du Heil verkunden, und verstånd' ich es!
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Der Greis.
Ich sah Vegisthos, als ich herkam diesen Pfad -
Orestes.
Ich hör' es gerne, dieses Wort. Wo sahst du ihn?
Der Greis.
Nicht weit vom Feld hier, wo die Nosse weidend gehn.
Orestes.
Was thut er? Hoffnung seh' ich blüh'n aus herbem Leid.
Der Greis.
Ein Fest der Nymphen ordnet er, so schien es mir.
615
Orestes.
Für schon geborne Kinder oder kunstige?
Der Greis.
Nur Eines weiß ich: Stieresopfer rüstet' er.
Orestes.
Mit was für Männern? War er nur mit Knechten da?
Der Greis.
Bloß sein Gesinde, kein Argeier war mit ihm.
Orestes.
Nicht einer, der mich, såh' er mich, erkennte, Greis?
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Der Greis.
Nur Knechte sind es, welche dich niemals gesehn.
Orestes.
Sie würden, wenn wir siegten, übergehn zu mir?
Der Greis.
Das ist so Sklavensitte, vortheilhaft für dich.
Orestes.
Wie mag es mir gelingen, ihm zu nah'n, o Greis?
Der Greis.
Geh' hin, wo Stiere schlachtend er dich sehen muß -
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Orestes.
Wohl hat er dicht am Wege seinen Meierhof?
Der Greis.
Dich dort erblickend, ruft er dich zum Opfermahl.
Orestes.
Den schlimmsten Tischgenossen, wenn ein Gott es will!
Der Greis.
Wie's dann sich weiter findet, sieh am Orte selbst.
Orestes.
Ganz wohl! Doch meine Mutter, wo verweilt sie jezt?
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Der Greis.
In Argos: später wohnt sie noch dem Mahle bei.
Orestes.
Was folgte sie dem Gatten nicht sogleich dahin?
Der Greis.
Den Hohn der Bürger fürchtet sie und blieb daheim.
Orestes.
Das Volk, sie weiß es, nimmt an ihr wohl Aergerniß.
Der Greis.
So ist es: Alle hassen sie, die Frevlerin.
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Orestes.
Electra. Euripides. Johann Jakob Christian Donner (Translator). . .