Euch ruf ich, Führer, die befehligt sind, die Stadt
In Flammen auszutilgen, laßt die Brande nun
Nicht mehr in euren Hånden ruhn, legt Feuer an,
Daß, sind die Mauern Ilions in Staub gestürzt,
Wir froh zur Heimat segeln aus dem Troërland!
1245
Doch ihr, (denn zwei Gebote ruft das Eine Wort!)
1
Geht, Troërjungfraun, wenn Achaa's Heeresfürst
Den hellen Schall der Kriegsdrommete ſchmettern läßt,
Zu Hellas' Schiffen, abzuziehn aus diesem Land;
Und du, die Greisin, aller Frau'n unſeligste,
1250
Folg' uns: sie kommen, die Odysseus hergesandt,
Als dessen Sclavin dich das Loos aus Troja führt.
Hekabe.
Ich Arme! Dieses also war das Neußerste,
Der Gipfel alles meines Leids: der Våter Land
Muß ich verlassen, meine Stadt verzehrt die Glut!
1255
Auf, greiser Fuß, beslúgle mühsam deinen Schritt,
Damit ich scheidend grüße mein unglucklich Land!
O Stadt, so hohes Muthes einst im Phrygervolk,
A
Bald ist, o Troja, deines Namens Glanz dahin!
Du loderst auf in Flammen, uns entführen sie
1260
Als Sclaven! Götter! Doch warum zu Göttern flehn?
Sie hörten ja schon lange nicht auf meinen Ruf.
Auf!
In's Feuer stürzen will ich mich: mein schönster Ruhm
Ist, in der Flamme sterben, die mein Land verzehrt!
(Sie will der Flamme zurennen: Zalthybios vertritt ihr den Weg.)
Talthybios.
Du rasest über deinem Leid, Ungluckliche! -
1265
Auf, faßt sie, schonet ihrer nicht! Aus unsrer Hand
Empfang' Odysseus sie sofort als sein Geschenk!
Weh, weh!
Hekabe.
The Trojan Women. Euripides. Johann Jakob Christian Donner (Translator). . .