Euripides The Suppliant Maidens 1

Johann Jakob Christian Donner (Translator)

Demeter, die du schirmend in Eleusis thronst, 1 2
1
Und ihr, o Diener, waltend in der Göttin Haus,
Gebt mir und Theseus, meinem Sohn, Gedeih'n und Gluck,
Gebt Glück Athens Volk und des Pittheus Lande, wo 3
Mein Vater einst im segensreichen Hause mich
5
Erzog, und dann, wie Phobos' Seherspruch gebot,
Vegeus, Pandions Sohne, mich zum Weibe gab!
So ruf' ich flehend, seh' ich an die greisen Fraun,
Die, fliehend Argos' heimisch Land, mit bittendem 4
Delzweig zu meinen Knieen hingesunken sind.
10
Ein grauses Schicksal dulden sie: der Krieg erschlug
Jungst ihre sieben Heldensohn' an Kadmos' Thor,
Sie, die zuvor Adrastos, Herr von Argolis,
Vor Thebå führte, daß er einen Theil vom Reich
Des Dedipus erobre seinem flüchtigen
15
Eidam Polyneikes. Ihre Mütter wollen nun
Im Erdenschooße bergen ihre Leichname;
Die Sieger aber wehren's und verstatten nicht
Sie wegzutragen, wider göttlich Recht emport.
Wie diese Frau'n, dem Kummer hingegeben, fleht
20
Um meine Hülf Adrastos, der in Thränen dort 5
Das Auge badet, und den unheilvollen Zug,
Den Krieg bejammert, der ihn fern von Hause rief.
Er liegt mir an, durch Bitten meines Sohnes Sinn
Zu stimmen, daß er jenen schaff' ein heimisch Grab
25
Durch Ueberredung oder durch des Speers Gewalt,
Und dieses Eine legt er meinem Sohn allein 6
Und Pallas' Volk auf. Opfer für der Erde Saat
Zu bringen, ging ich eben jezt aus meinem Haus
Zu diesem Tempel, wo der Wehre goldne Frucht
30
Aufstarrend über diesem Land zuerst erschien. 7
Dies Laubgewind' in Hånden, (unheilvoll Gewind!) 8
Verweil' ich hier am keuschen Opferherd der zwei 9
Göttinnen, Kora's und Demeters: mich betrübt
Der kinderlosen Mütter Loos, der greisen Frau'n,
35
Und heil'ge Zeichen ehr' ich hoch. Schon eilte mir
Zur Stadt ein Herold, meinen Sohn zu rufen, daß
Er uns das Leid entferne, das von diesen kam,
Wo nicht, erfülle, was von ihm ihr Flehen heischt,
An Göttern übend fromme Pflicht. Denn Alles nur
40
Durch Männer auszurichten, ziemt der weisen Frau.
Erste Strophe.

The Suppliant Maidens. Euripides. Johann Jakob Christian Donner (Translator). . .

Current edition Experimental

German (J. J. C. Donner, 1852; OCR review) (OCR draft) (German) (Euripides. Deutsch in den Versmaßen der Urschrift. Volume 3, Heidelberg: C. F. Winter, 1852. Harvard OCR compared with an independent BSB copy. Native Donner verse citations, Murray reference cards, explicitly located notes and page facsimiles. Unresolved OCR, verse divisions, unlocated notes and printed errata are documented in the source review.)

Provisional text from uncorrected OCR; expect errors.

Editions (1)
Ἱκέτιδες Perseus (Euripides. Euripidis Fabulae, Vol. II. Murray, Gilbert, editor. Oxford: Clarendon Press, 1913. (Reprinted 1921-1962)) — 1-41 focus
Translations (2)
The Suppliants Perseus (Euripides. The Plays of Euripides, Vol. I. Coleridge, Edward P., translator. London: George Bell and Sons, 1906.) — 1-40 focus
The Supplicants (OCR draft) Experimental (The Supplicants. Robert Potter's English verse translation, first published in 1781–1783; text from the 1808 Oxford printing.)

No corresponding passage available

Notes on the current edition

The Suppliant Maidens

1. OCR review edition. D. citations belong to Donner; u marks unresolved verse division. Sources, repairs and unattributed notes
3. [OCR note; compare the printed page.] Des Pittheus Land, die Stadt Trözen in Argolis, wo Pittheus, der Vater Aethra's, herrschte. Compare printed p. 303
4. [OCR note; compare the printed page.] Der bittende Delzweig ist wohl nicht kühner, als die supplex oliva des Statius. - Wollumwundene Delzweige trugen die Schuzflehenden in den Händen. Compare printed p. 303
5. [OCR note; compare the printed page.] ξΰν κεῖται 1. δεῖται, wovon χρείας ἐμῆς abhängig ist. Compare printed p. 303
6. [OCR note; compare the printed page.] L. μόνῳ. Compare printed p. 303
7. [OCR note; compare the printed page.] Nach der allgemeinen Sage solte zuerst in den Gefilden von Eleusis die Frucht der Demeter hervorgekommen sein. Compare printed p. 303
8. [OCR note; compare the printed page.] Das Laubgewinde, die der Aethra dargereichten Delzweige, die sie, als etwas Heiliges, bei dem Altar zu verweilen zwangen, und die sie als heilige Zeichen hochhält (V. 36.). Compare printed p. 303
9. [OCR note; compare the printed page.] L. μένω. Compare printed p. 303