Euripides Hecuba 1-55

Edward P. Coleridge (Translator)

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Hecuba. Euripides. Edward P. Coleridge (Translator). London. 1891.

Sponsored by Perseus Project, Tufts University.

Funding provided by The Annenberg CPB/Project.

Current edition Perseus

Hecuba (English) (Euripides. The Plays of Euripides, Vol. II. Coleridge, Edward P., translator. London: George Bell and Sons, 1891. (Modernized by Perseus.))

Editions (1)
Ἑκάβη Perseus (Euripides. Euripidis Fabulae, Vol. I. Murray, Gilbert, editor. Oxford: Clarendon Press, 1902. (Reprinted 1906-1974)) — 1-58 focus
Translations (2)
Hecuba (OCR draft) Experimental (Hecuba. Robert Potter's English verse translation, first published in 1781–1783; text from the 1808 Oxford printing.)

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German (J. J. C. Donner, 1841; OCR review) (OCR draft) Experimental (Euripides. Deutsch in den Versmaßen der Urschrift. Volume 1, Heidelberg: C. F. Winter, 1841. Harvard OCR compared with an independent BSB copy. Native Donner verse citations, Murray reference cards, explicitly located notes and page facsimiles. Unresolved OCR, verse divisions, unlocated notes and printed errata are documented in the source review.) — 1 focus
Dem Thal der Todten und dem Thor der Finsterniß, 1 2
1
Wo fern den Göttern Hades wohnt, entwandert' ich
Polydoros, Sohn des Priamos und Hekabe's,
Der Tochter Kisseus'. Als Gefahr die Phrygerstadt 3
Umfing, zu fallen durch den Speer von Hellas Volk;
5
Da sandte fürchtend Priamos von Troja mich
Zu Polymestor, seinem Freund in Thrakia,
Der hier des Chersonesos beste Flur bestellt, 4
Und mit dem Speer ein roſſeliebend Volk regirt.
Auch viel des Goldes sandt' er ingeheim mit mir,
10
Daß, wenn die Mauern Ilions hinsånken einst,
Nicht darbten seine Kinder, die noch übrig sei'n.
Ich war der Söhne jungster; drum entsandt' er auch
Mich aus dem Lande: weder Schild noch Lanze ja
zu führen taugt ich Knabe schon mit meinem Arm.
15
So lange Troja's Mauer ungebrochen stand,
Und unzertrümmert seine Thurm' aushielten, auch
Mein Bruder Hektor glücklich rang im Speereskampf,
Erwuchs ich bei des Vaters Freund, dem Thrakier,
Ich Armer, wie des Baumes Sproß, liebreich gepflegt.
20
Doch als die Zinnen Ilions, als Hektor auch
Gefallen, meines Vaters Heerd zertrummert ward,
Er selbst am gottgeweihten Hochaltare sank,
Vom Sohn' Achilleus' hingewürgt in grausem Mord:
Erschlug des Goldes halber mich Unseligen
25
Der Freund des Vaters, und versenkt in Meeresflut
Den Todten, daß er selber Herr des Goldes sei.
Am Ufer lieg' ich, unbestattet, unbeweint,
Bald treib' ich hoch auf wildem Meer, umhergewogt
Vom Wellenstrudel: nun verließ ich meinen Leib,
30
Der Mutter wegen wandl' ich um, der Hekabe,
Und hebe mich zum Lichte schon den dritten Tag,
Seitdem die theure Mutter (unglückselig Loos!)
Auf diesem Insellande weilt, von Troja fern.
In Ruhe sikt, am Strande dieser Thrakerflur,
35
Bei seinen Schiffen alles Volk der Danaër:
Denn über seinem Grab' erschien der Thetis Sohn,
Der Fürst Achilleus, hielt Achaia's Heer zurück,
Das nach der Heimat schon die Meeresruder schwang;
Und meine Schwester fodert er, Polyxena,
40
Als theures Grabesopfer sich, als Ehrenlohn.
Und dieses wird ihm werden, und nicht ungeehrt
Von seinen Freunden bleibt er: denn das Schicksal will,
Daß meine Schwester sterben soll an diesem Tag.
Der beiden Kinder Leichen wird sie beide sehn,
45
Die Mutter, meinen und der armen Schwester Leib:
Denn daß ein Grab mir werde, zeig ich Armer mich
Vor einer Sklavinn Füßen auf des Meeres Strand.
Von Jenen drunten hab' ich mir ein Grab erfleht,
Und daß der Mutter treue Hand mich finden mag.
50
So werd' ich denn erlangen, was ich wunschte. Doch
Der greisen Hekabe will ich aus dem Wege gehn:
Aus Agamemnons Zelte sezt sie dort den Fuß,
Von meiner nächtlichen Luftgestalt herausgeschreckt.
Weh! O Mutter, die du, scheidend aus der Königsburg,
55
Den Tag der Knechtschaft sahest, ungluckselig nun,
Wie früher glucklich! Dein dahingeschwundnes Glück
Ausgleichend, stürzte dich ein Gott in's Ungemach.
(Er verschwindet.)