Euripides Hippolytus 1-120

Edward P. Coleridge (Translator)

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Hippolytus. Euripides. Edward P. Coleridge (Translator). London. 1906.

Sponsored by Perseus Project, Tufts University.

Funding provided by Tufts University.

Current edition Perseus

Hippolytus (English) (Euripides. The Plays of Euripides, Vol. I. Coleridge, Edward P., translator. London: George Bell and Sons, 1906.)

Editions (1)
Ἱππόλυτος Perseus (Euripides. Euripidis Fabulae, Vol. I. Murray, Gilbert, editor. Oxford: Clarendon Press, 1902.) — 1-120 focus
Translations (2)
Hippolytus (OCR draft) Experimental (Hippolytus. Robert Potter's English verse translation, first published in 1781–1783; text from the 1808 Oxford printing.)

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German (J. J. C. Donner, 1841; OCR review) (OCR draft) Experimental (Euripides. Deutsch in den Versmaßen der Urschrift. Volume 1, Heidelberg: C. F. Winter, 1841. Harvard OCR compared with an independent BSB copy. Native Donner verse citations, Murray reference cards, explicitly located notes and page facsimiles. Unresolved OCR, verse divisions, unlocated notes and printed errata are documented in the source review.) — 1 focus
Auf Erden hochgefeiert und nicht namenlos 1 2
1
Bin ich, die Göttinn Kypris, und in Himmelshohn;
Und die von Pontos' Marken zum atlantischen 3
Weltmeere wohnen und das Licht der Sonne schaun,
Von diesen ehr' ich alle, die mir huldigen,
5
Und stürze, wer sich wider meine Macht erhebt.
Denn also liegt es in der Art der Götter auch:
Sie freun sich, hålt in Ehren sie der Sterbliche.
Wie wahr ich hier gesprochen, zeig' ich alsogleich.
Der Sohn des Theseus, einer Amazone Kind,
10
Hippolytos, des frommen Pittheus Jünger einst,
Von allen Bürgern im Trözenerlande hier
Nennt er allein der Götterfrauen schlimmste mich,
Verschmäht die Liebe, kostet nicht der Ehe Glück;
Doch Phobos' Schwester, Artemis, die Tochter Zeus',
15
Verehrt er als der Götterfrauen herrlichste, 4
Und stets der Jungfrau zugesellt im grünen Wald,
Erlegt mit schnellen Hunden er des Landes Wild,
Mit ihr vertrauter, als es ziemt dem Sterblichen.
Darüber fühl' ich keinen Groll; was sout' ich auch?
20
Doch båßen, was er wider mich gesündiget,
Soll er an diesem Tage mir; Viel hab' ich langst
Schon vorbereitet, drum bedarf's nicht vieler Müh'n.
Denn als er einmal aus des Pittheus Hause ging,
zu schaun die Weihen hehrer Gottgeheimnisse,
25
In's Land Pandions; sah des Vaters edle Frau,
Sah Phádra ihn, und (also war's von mir verhangt)
Ihr Herz entbrannt' in ungestümer Liebesglut.
Und eh sie ankam hier im Land Trdzenia;
Dort auf der Pallas Felsen, der herniederschaut
30
In diese Fluren, gründet sie den Tempel mir,
Und denkt des fernen Lieben, nach Hippolytos
Ihn nennend, wie er kunstig auch sich nennen soll.
Seit aber Theseus aus Athens Gebiete schied,
Den Fluch zu sühnen von der Pallassdhne Blut,
35
Und samt der Gattinn diesem Land zusegelte,
Und Bann im Ausland sich erkor auf Jahresfrist:
Seit diesem Tage seufzend und gepeiniget
Von Liebesstacheln, zehrt die Arme schweigend hin;
Der Hausgenossen keiner weiß von ihrem Leid.
40
Doch diese Liebe darf mir so nicht endigen:
Theseus erfahr' es, Alles werd' ihm offenbar,
Und unsern Widersacher soll sein Vater selbst
Mit seinen Flüchen tödten, da der Meeresfürst
Poseidon Theseus zugesagt als Ehrenlohn,
45
Nicht unerhört drei Bitten an den Gott zu thun.
Von edlem Stamm ist Phádra, dennoch falle sie!
Denn nicht so sehr bekummert ihr Verderben mich,
Daß meine Widersacher mir mit solchem Lohn
Nicht büßen sollten, als er mir genügen mag.
50
Doch eben, siehe, kommt ja dort Hippolytos,
Der Sohn des Theseus, nach der Jagd vollbrachten Mühn,
Herangeschritten; drum enteil' ich diesem Ort.
In hellen Haufen folgt die Schaar der Diener ihm,
Und preist die Göttinn Artemis in schallenden
55
Gesängen; denn nicht weiß er, daß ihm offen stehn
Des Todes Pforten, und die lezte Sonn' ihm scheint.
Ihr, folgt mir nach, folgt mit Gesange
Preisend die Tochter des Zeus,
Artemis, welche mit uns ist!
60
Chor der Jäger.
Heilige, Heilige, Herrlichste du
Von Zeus' Geschlechte,
Jungfrau, sei mir gegrüßt, gegrüßt,
Leto's Kind und des Zeus, o du
Schönste weit in der Mädchen Zahl,
65
Die im großen Himmelsraum
Droben wohnt in des Vaters Hallen,
Im goldenen Haus Kronions!
Dir bring' ich, Herrinn, diesen frischgeflochtnen Kranz
Zum Schmuck, gewunden auf der unentweihten Flur,
Wo nie der Hirt die Heerden auf die Weide treibt,
Noch nie das Eisen schaltet, und zur Lenzeszeit
75
Die Biene' nur durch unentweihte Fluren schwärmt;
Da wohnt die Unschuld, tränkt das Land mit Quellenthau.
Nur wer der Lehre Nichts verdankt, nur wem Natur
Zugleich für alle Werke weisen Sinn verlieh, 5
Darf hier sich Kranze pflucken, doch der Bise nicht.
80
So nimm, geliebte Königinn, aus frommer Hand
Die Krone, die dein goldnes Haar umkränzen soll.
Mir ward allein vor Allen diese Huld gewährt:
Dir nahe wandl' ich, pflege stets Gespräch mit dir;
Dein Auge nicht erblickend, hor' ich deinen Laut.
85
An's Ziel geleite, wie ich ihn begann, den Lauf!
(Er bekränzt eine Bildsäule der Artemis vor dem Palaste.)
Herr, (Gebieter nennen darf man Gotter nur)
Wohl wirst du mir gehorchen, rath' ich Gutes dir?
Gewiß: für einen Thoren gålt' ich wahrlich sonst.

Notes on the current edition

Hippolytus

1. i.e. the Euxine.
2. i.e. Attica.
3. Descendants of Pandion, king of Cecropia, slain by Theseus to obtain the kingdom.
4. Lines 70-72 are attributed to Hippolytus in the English and have been moved to correspond to the Greek.
5. See note above on lines 70-72
6. Mahaffy rearranges these next nine lines and certainly obtains a clearer meaning. His note repays study, if not wholly convincing. I translate from Paleyk text as it stands.