Euripides Heracleidae 1-72

ed. Gilbert Murray

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Heracleidae. Euripides. ed. Gilbert Murray. Oxford. 1902.

Sponsored by Perseus Project, Tufts University.

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Current edition Perseus

Ἡρακλεῖδαι (Greek) (Euripides. Euripidis Fabulae, Vol. I. Murray, Gilbert, editor. Oxford: Clarendon Press, 1902.)

Translations (3)
Heracleidae Perseus (Euripides. The Plays of Euripides, Vol. I. Coleridge, Edward P., translator. London: George Bell and Sons, 1906.) — 1-70 focus
The Heraclidae (OCR draft) Experimental (The Heraclidae. Robert Potter's English verse translation, first published in 1781–1783; text from the 1808 Oxford printing.)

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German (J. J. C. Donner, 1852; OCR review) (OCR draft) Experimental (Euripides. Deutsch in den Versmaßen der Urschrift. Volume 3, Heidelberg: C. F. Winter, 1852. Harvard OCR compared with an independent BSB copy. Native Donner verse citations, Murray reference cards, explicitly located notes and page facsimiles. Unresolved OCR, verse divisions, unlocated notes and printed errata are documented in the source review.) — 1 focus
Schon lange fand ich dieses wahr in meinem Sinn : 1 2
1
Für seine Nächsten schafft und wagt der edle Mann; 3
Doch wer das Herz auf eignen Vortheil nur gewandt,
Ist Andern feindlich im Verkehr, unnüz dem Staat,
Und sich allein ersprießlich. Wohl erfuhr ich das.
5
Aus Mitgefühl, weil mir Verwandtschaft heilig war,
Trug ich, der Eine, vieles Leid mit Herakles,
Als er mit uns war, während ich behaglichfroh
In Argos wohnen konnte; nun der Himmel ihn
Aufnahm, bewahr' ich, Hülfe selbst bedurfend, hier
10
Des Helden Kinder unter meinen Fittigen.
Denn als ihr Vater dieser Erd' entschwunden war,
Wollt' erst Eurystheus todten sein gesamtes Haus; 4
Doch ich entrann ihm und verlor mein Vaterland, 5
Mein Leben ward gerettet. Unståt floh'n wir dann
15
Von einer Stadt zur andern ohne Wahl umher.
Denn zu den andern Leiden sann der König auch
Noch diese Schmach zu häufen auf Herakles' Haus:
In welches Land wir fluchten, und er hört davon,
Da fordern uns Herolde, da vertreibt er uns,
20
Und droht mit Argos' Waffen, das, Freund oder Feind,
Nicht klein zu achten, und zugleich mit eigner Macht.
Und weil denn Alle sehen, wie machtlos und schwach
Ich bin, wie klein die Kinder, die kein Vater schůzt;
So fürchten sie den Stårkern und vertreiben uns.
25
Ich Armer aber fliehe mit den fliehenden
Heraklessöhnen, leide mit den Leidenden,
Und will sie nicht verlassen, daß kein Sterblicher
Mich schelte: „Seht die Kinder: nun ihr Vater schied,
Beschůzt sie selbst Jolaos, ihr Verwandter, nicht!"
30
So, ledig alles Schuzes im Hellenenland,
Gelangten wir zur nahen Ebne Marathons,
Und sizen hulfestehend an Altaren hier,
Daß uns die Götter retten; denn dies Land bewohnt,
Sagt man, der Theseussohne Paar, die durch das Loos 6
35
Es einst empfingen, stammend aus Pandion's Haus,
Verwandt mit Diesen. Mso kam's, daß wir Athens
Ruhmreiche Marken ausgesucht auf diesem Pfad.
Zwei Greise führen schirmend an die Flüchtigen: 7
Ich diese Knaben, deren Wohl mir Sorge macht;
40
Des Sohnes zarte Tochter schirmt Alkmene selbst
Mit treuen Armen, hat in diesen Tempel sie
Gerettet: ungern lassen wir die schichternen
Jungfrau'n im Volksgewühle steh'n am Opferherd. 8
Doch Hyllos samt den Brudern, die schon älter sind,
45
Sucht eine Feste, wo wir uns ansiedelten,
Wenn uns Gewalt aus dieses Landes Gau'n vertrieb.
Kinder, hierher, Kinder! Kommt, fast mein Gewand!
Dort seh' ich ihn, er schreitet wider uns heran,
Des Königs Herold, der verfolgend uns bedrängt,
50
Der uns aus allen Ländern bannt, die Flüchtigen!
(Kopreus kommt näher.)
Ha, stürbst du, Scheusal, sturbe, der dich hergesandt!
So vieles Unheil hast du schon mit deinem Mund
Der Kinder edlem Vater auch verkundiget!