Euripides Cyclops 1-40

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Cyclops. Euripides. London. 1891.

Sponsored by Perseus Project, Tufts University.

Funding provided by Tufts University.

Current edition Perseus

The Cyclops (English) (Euripides. The Plays of Euripides, Vol. II. Coleridge, Edward P., translator. London: George Bell and Sons, 1891.)

Editions (1)
Κύκλωψ Perseus (Euripides. Euripidis Fabulae, Vol. I. Murray, Gilbert, editor. Oxford: Clarendon Press, 1902.) — 1-40 focus
Translations (1)
German (J. J. C. Donner, 1845; OCR review) (OCR draft) Experimental (Euripides. Deutsch in den Versmaßen der Urschrift. Volume 2, Heidelberg: C. F. Winter, 1845. Harvard OCR compared with an independent BSB copy. Native Donner verse citations, Murray reference cards, explicitly located notes and page facsimiles. Unresolved OCR, verse divisions, unlocated notes and printed errata are documented in the source review.) — 1 focus
Um deinetwillen, Bacchos, duld' ich tausend Mühn 1 2
1
Noch heut, wie damals, als ich blüht' in Jugendkraft.
Erst, als mit Wahnsinn Hera dich erfüllt, und du 3
Den Oraden, die dich wohlgepflegt, entflohst, 4
Dann, als du rangest mit den Erdgeborenen, 5
5
Stand ich, ein treuer Kampfgenoß, zur Seite dir,
Erschlug, nachdem ich seinen Schild entzweigebohrt,
Enkelados. Laß sehen: war dies nur ein Traum? 6
Nein, nein! Die Beute wies ich ja dem Bacchios.
Und nun besteh' ich größre Noth, als jene war.
10
Denn als die Göttin wider dich tyrrhenische 7
Seerauber, weit dich wegzuschleppen, ausgesandt;
So schifft' ich, das vernehmend, samt den Söhnen aus, 8
Dich aufzusuchen. Auf des Spiegels Höhe saß
Ich selbst, und lenkte mein behendes Ruderschiff;
15
Die Sohn', am Ruder schaltend, und die graue See
Mit Schaum bedeckend, suchten dich, o König, auf.
Doch als wir schon Maleia nahe steuerten; 9
Da blies ein Wind aus Osten auf mein Schiff herein,
Und warf an diesen Felsen uns des Aetna, wo
20
Einsam des Meeresgottes Sohn', eindugige
Kyklopen, hausen, gierig nach der Menschen Blut.
Von diesen sing uns Einer, dem im Hause wir
Als Knechte dienen; Polyphemos nennt man ihn;
Und seine Heerden weiden wir dem frevelnden
25
Kyklopen, statt uns Bacchos' Lust harmlos zu weihn. 10
Nun huten meine Sohne fern' am dußersten
Abhang die Lämmer, Knaben, frisch in Jugendmuth;
Ich muß die Troge füllen, muß daheim das Haus
Ihm nach Geheiß ausfegen, muß dem gräulichen
30
Kyklopen zubereiten sein verruchtes Mahl.
Auch heute muß ich, wie des Dienstes harte Pflicht
Gebeut, die Wohnung saubern mit dem Eisenkarst,
Daß meinen Herrn, den Kyklopen, wann er wiederkommt,
Ein reinlich Haus empfange samt der Lämmerschaar.
35
Schon weiden, seh' ich, meine Knaben dort das Vieh
Heran. Was soll das? Tanzet ihr den Sikinnistanz 11
Heut wieder, wie vor Zeiten, als, dem Bacchios
Gesellt im Festchor, ihr zum Haus Althaa's zogt, 12
Entzückt zu Wonnetaumel durch der Lauten Klang?
40
(Der Chor tritt singend unter lärmenden Tänzen auf.) Strophe.