Zuerst nun machten die Athener Ausfälle und verheerten
die Besitzungen der Syrakusaner am Anaposfluß und, wie früher, so
hatten sie auch jetzt wieder mit ihrer Macht, sowohl mit den
Landtruppen, als mit der Flotte, das Uebergewicht, und weder zu Land,
noch zur See wagten es die Syrakusier sie anzugreifen, ausgenommen
.mit der Reiterei und den Speerschützen von Olympieion. Danach
beschloß Demotshenes, zuerst mit Maschinen einen Versuch gegen die
Mauer zu machen. Als ihm aber die Sturmmashcinen, welche er
herbeigeführt hatte, von den feindlichen Vertheidigern der Mauer in
Brand gesteckt und auch die vielfachen Angriffe seiner Heerhaufen
abgeschlagen waren, so glaubte er, nicht länger mehr zögern zu dürfen.
Demnach gewann er den Nikias und die andern Mitfeldherren für
seinen Plan und setzte den Angriff anf Epipolä in's Werk. -Am
Tage nun schien es unmöglich, sich unbemerkt zu nähern und die
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Höhen zu ersteigen, daher befahl er, Lebensmittel auf fünf Tage zu
vertheilen, und nahm alle Steinmetzen und Zimmerleute mit und
was man an Werkzeug brauchte, um im Fall des Sieges
Vershcanzungen zu errichten. Er selbst nebst Eurymedon und MenandroS, zur
Zeit der ersten Nachtruhe, nahm das ganze Heer und rückte gegen
Epipolä an; Nikias blieb in den Verschanzungen zurück. Als sie
nun schon nahe bei Epipolä waren, in der Gegend des Euryelos, da,
wo auch das frühere Heer zuerst den Ersteigungsversuch gemacht hatte,
so erstiegen sie unbemerkt von den Syrakusischen Wachposten die
dortige Verschanzung der Syrakusaner und hieben einen Theil der
Besatzung nieder. Die Mehrzahl aber entkam und floh eiligst nach den
drei Standlagern, welche bei Epipolä aufgeschlagen waren, das eine
von Syrakufiern, das andere von Sikelioten und das dritte von
Bundesgenossen. Diesen meldeten sie den Angriff und machten auch
den sechshundert Syrakusanern Mittheilung, welchen auf dieser Seite
von Epipolä gleich von vorn herein^) die Bewachung übertragen
worden war. Die eilten nun rasch heran, und Demosthenes und seine
Athener stießen auf sie und trieben sie trotz ihrer Gegenwehr in die
Flucht. Rasch rückten sie dann weiter vor, um bei diesem
Gewaltsversuch, den Zweck ihrer Herkunft mit einem Schlag zu erreichen, sich
nicht langsam sinden zu lassen. Andere nahmen die von dem ersten
Angriff her bekannte Vormauer der Syrakusier, wo die Besatzung
keinen Widerstand leistete, und rissen die Brustwehren nieder. Die
Syrakusaner aber mit den Bundesgenossen und Gylippos eilten jetzt
auS den Verschanzungen herbei, und von Schreck verwirrt, wie sie
waren, da das Wagestück in der Nacht diesen ganz unerwartet kam,
stießen sie auf die Athener, wurden aber von ihnen geworfen und
wichen für'S Erste zurück. Während aber jetzt die Athener, gleich
als ob sie schon gesiegt hätten, bereits mehr in Unordnung vordrangen
und die ganze noch nicht in'S Gefecht gekommene Macht der Gegner
so rasch als möglich völlig durchbrechen wollten, damit diese sich nicht
zum gemeinsamen Widerstand ordnen könnten, während sie im Angriff
nachließen, so stellten sich ihnen die Böotier zuerst in den Weg,
schlugen sie beim Zusammenstoß und trieben sie in die Flucht.
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