Die Chier nämlich waren meinem Urtheil nach außer den
Lakcdämoniern die Einzigen, welche reich geworden waren und sich doch
zugleich gemäßigt und klug benahmen, und in dem Maße, wie der
Wohlstand ihres Staates zunahm, gaben sie ihren Verhältnissen
schönere Ordnung und größere Sicherheit. Und auch diesen Abfall,
wenn sie hierin vielleicht mit zu wenig Rücksicht auf ihre Sicherstellung
gehandelt zu haben scheinen sollten, wagten sie gleichwohl nicht früher
in'S Werk zu setzen, als bis sie auf zahlreiche und starke
Bundesgenossen als Theilnehmer des Wagnisses rechnen konnten und schon
sahen, daß die Athener nach dem Unglück in Sicilien selbst nicht
mehr läugneten, daß es mit ihren Angelegenheiten ganz entschieden
sehr schlecht stehe. Wenn sie aber durch die wider alle Berechnung
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eintretenden Wechselfälle menschlicher Dinge zu Schaden kamen, so
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theilten sie ihren Irrthum doch mit vielen Andern, die ebenso der
Ueberzeugung gewesen waren, daß es mit den Athenern bald ganz aus
sein werde.. Als sie sich nun zur See abgeschlossen und ihr Randgebiet
verwüsten sahen, machten Einige von ihnen den Versuch, ihren Staat
wieder den Athenern zuzuwenden. Die Behörden merkten dieß wohl,
verhielten sich aber ruhig und ließen den Admiral Astyochos mit vier
Schiffen, die er bei sich hatte, von Erythrä herbeikommen, und
überlegten, wie sie auf die gemäßigtste Weise, entweder durch Wegsührung
von Geißeln, oder sonst auf eine andere Art, dieß Unternehmen
ersticken könnten. Hiemit also ging man dort um.