Als die Kerkyräer von diesen Rüstungen erfuhren, kamen
sie im Geleit Lakedämonischer und Sikyonischer Gesandten nach
Korinth und forderten, die Korinther sollten ihre Tnlppen und die neuen
Ansiedler aus Epidamnos wegziehen, da sie auf diese Kolonie kein
Recht hätten. Glaubten sie aber doch Gegenansprüche machen zu dür-
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fen, so seien sie bereit, die Angelegenheit denjenigen peloponnefischen
Städten zur Entscheidung vorzulegen, über welche sich beide Theile
vorher geeinigt haben würden. Wem von ihnen beiden die Kolonie
dann zugesprochen werde, der solle Sieger sein. Auch dem Delphischen
Orakel wollten sie die Entscheidung anheimstellen^*), nnr möge man
keinen Krieg anfangen; denn sonst seien auch sie gezwungen, zu ihrer
Unterstützung sich andere Bundesgenossen zu erwerben als die, welche
sie jetzt hätten, und zwar solche, welche den Korinthern nicht angenehm
wären, obgleich sie selbst dazu nöthigten Die Korinther gaben zur
Antwort: wenn jene erst ihre Schiffe und die Barbaren von
Epidamnos zurückgezogen hätten, seien sie zu Unterhandlungen bereit, vorher
aber wolle es ihnen nicht wohl anstehei, daß die in Epidamnos
belagert würden, und sie hier Verhandlungen Pflögen. Hieraus
erwiderten die Kerkyräer, sie wären damit einverstanden, wenn auch jene
ihre Leute Epidamnos wollten räumen lassen; auch wäre es ihnen
Recht, wenn beide Parteien in ihren gegenwärtigen Stellungen
verblieben und einen Waffenstillstand schlößen, bis der Rechtsspruch
erfolgt sei.