Agis aber dachte, das Volk werde die alte Freiheit nicht
so leichten Kaufs preisgeben und wenigstens, wenn eS ein großes
feindliches Heer vor sich sähe, einen Aufstand erregen, und selbst für
den Augenblick wollte er nicht daran glauben, daß es so ohne alle
Unruhen hergehe. Deßhalb gab er den Abgesandten der Vierhundert
auch keine versöhnliche Antwort, sondern ließ bald danach eine
bedeutende, Verstärkungsmacht aus dem Peloponnes kommen und rückte
mit dieser und seiner eigenen Besatzung von Dekeleia bis dicht vor
die Mauern der Athener, in der Hoffnung, daß sie bei ihren inneren
Unruhen sich entweder seinem Begehren um so leichter fügen würden,
oder daß die Stadt vielleicht sogar beim ersten Anlauf genommen
werden könne, wegen der, wie zu erwarten stand, von Innen und
Außen zugleich erregten Verwirrung. Die langen Mauern zu
nehmen, könne ihm, so meinte er, weil sie unbesetzt seien, gar nicht fehlen.
Als er aber nahe genug herangekommen war, und die Athener an
ihren inneren Zustand auch nicht im Mindesten rührten oder
rüttelten. vielmehr ihre Reiterei gegen ihn ausschickten, die ihm von
seinen Schwerbewaffneten und Leichten und Bogenschützen, die sich zu
nahe heranwagten, viele Leute niederwarfen und auch einige
Rüstungen und Todte abnahmen, so besann er sich eines Bessern und führte
fein Heer wieder zurück. Er selbst mit seinen eigenen Leuten blieb
im Lande in Dekeleia stehen, die Neuangekommenen aber schickte er
wieder nach Hause zurück, nachdem sie wenige Tage im Lande
verweilt hatten. Danach unterließen eS aber die Vierhundert nicht,
1
2
3
weitere Botschaften an den Agis.zu senden, und jener lieh ihnen jetzt
schon ein geneigteres Ohr. und auf seine Aufforderung schickten sie
auch Gesandte nach Lakedämon wegen eines Vertrags; denn sie
wollten Frieden haben. ^ ^