geräumt hatte, auch die übrige Bürgerschaft sich nicht rührte,
sondern alles über sich ergehen ließ, losten die Vierhundert
nunmehr, wo sie vom Rathause Besitz genommen, unter sich
die Prytanen aus und verrichteten, um auch den Pflichten
gegen die Götter zu genügen, beim Antritt ihres Amtes die
üblichen Opfer und Gebete. Später hoben sie die unter der
demokratischen Regierung getroffenen Anordnungen guten Teiles
wieder auf, nur daß sie die Verbannten, Alkibiades' wegen,
nicht zurückriefen, wie sie auch im übrigen ein rücksichtsloses
und gewaltsames Regiment in der Stadt führten. Eine wenn
auch nicht große Anzahl Männer, deren Beseitigung ihnen
rätlich schien, ließen sie hinrichten, andere ins Gefängnis werfen,
andere des Landes verweisen. Zu Agis, dem Könige der Lake
dämonier, in Dekeleia schickten sie und ließen ihm sagen, sie
seien bereit Frieden zu schließen und dürften voraussetzen, daß
auch er sich darauf lieber mit ihnen einlassen würde als mit
der bisherigen unzuverlässigen demokratischen Regierung.
History of the Peloponnesian War. Thucydides. Theodor Braun (Translator). Leipzig. 1917.
Sponsored by University of Leipzig.
Funding provided by European Social Fund Saxony.