sandros und die eine Hälfte der Gesandten sogleich nach Athen
und trugen ihnen auf, auch in den abhängigen Städten, die
sie unterwegs etwa anlaufen würden, oligarchische Regierungen
einzusetzen; die andere Hälfte schickten sie nach allen Seiten
an die übrigen abhängigen Orte. Diotrephes, der damals mit
vor Chios war, den sie zum Oberbefehlshaber in Vorder
thrakien ausersehen hatten, ließen sie zur Übernahme seines
Amtes dahin abgehen. Der machte, als er nach Thasos kam,
der Demokratie dort ein Ende. Aber schon etwa zwei Monate,
nachdem er wieder abgefahren war, begannen die Thasier ihre
Stadt zu befestigen, da ihnen an einer Adelsherrschaft im
Bunde mit Athen nichts mehr gelegen war, weil sie jeden Tag
auf ihre Befreiung durch die Lakedämonier rechneten. Denn
die von den Athenern aus Samos vertriebenen Aristokraten
befanden sich draußen im peloponnesischen Lager und setzten
mit ihren Gesinnungsgenossen in der Stadt alle Hebel in Be
wegung, daß man eine Flotte nach Thasos schicke, um es den
Athenern zu entreißen. Und da kam es ihnen sehr gelegen,
i daß die frühere Verfassung, ohne daß sie selbst etwas dabei
gewagt, wiederhergestellt und die Volkspartei, die sich dem
widersetzt haben würde, gestürzt war. Die Athener, welche das
oligargische Regiment in Thasos eingeführt, hatten sich also
dabei verrechnet, und wie ich glaube, ist es ihnen bei manchen
anderen ihrer Untertanen nicht besser gegangen. Denn nach
dem die Städte zur Besinnung gekommen waren und un
beschadet ihre eigenen Wege gehen konnten, strebten sie nach
voller Unabhängigkeit und wollten von einer wurmstichigen
Autonomie von Athens Gnaden nichts mehr wissen.
History of the Peloponnesian War. Thucydides. Theodor Braun (Translator). Leipzig. 1917.
Sponsored by University of Leipzig.
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