in kürzester Frist ein Brief darüber von Alkibiades eintreffen
würde. Um dem zuvorzukommen, kündigte er selbst dem Heere
an, daß die Feinde, da Samos unbefestigt sei und die Schiffe
zum Teil draußen lägen, einen Angriff auf das Lager be
absichtigten, wie er das aus bester Quelle wisse. Man müßte
deshalb Samos so schnell wie möglich befestigen und auch sonst
auf der Hut sein. Als Feldherr konnte er nämlich solche An
ordnungen selbständig treffen. Auch wurde der Bau der Festungs
werke sogleich in Angriff genommen und Samos, welches so
wieso befestigt werden sollte, infolgedessen um so schneller damit
versehen. Bald nachher traf dann auch der Brief des Alki
biades ein, daß Phrynichos an dem Heere zum Verräter ge
worden und der Feind schon im Begriff sei, es zu überfallen.
Da man aber Alkibiades nicht traute, sondern annahm, daß
er selbst in die Pläne der Feinde eingeweiht sei und Phrynichos
nur auS persönlicher Feindschaft der Mitwissenschaft beschuldige,
so schadete er ihm dadurch nicht, vielmehr ershceine dessen An
gaben nur um so glaubwürdiger, weil der Inhalt seines Briefes
sie bestätigte.
History of the Peloponnesian War. Thucydides. Theodor Braun (Translator). Leipzig. 1917.
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