Befehl des Syrakusers Agatarchos hinaus. Eins aber trennte
sich von ihnen, um Gesandte nach dem Peloponnes zu bringen,
welche dort ihre immer noch bedenkliche Lage schildern und
darauf dringen sollten', daß der Krieg drüben nachdrücklicher
betrieben würde. Die übrigen elf schlugen die Richtung nach
Italien ein, da bekannt geworden war, daß Schiffe mit Vor
räten für die Athener von dort im Ansegeln seien, die sie
auch trafen und größtenteils zerstörten. Bei Kaulonia steckten
sie das dort für die Athener gelagerte Schiffsbauholz in Brand.
Darauf fuhren sie nach Lokroi. Während sie hier vor Anker
lagen, traf eins der Lastschiffe aus dem Peloponnes dort ein,
auf dem sich die Hopliten aus Thespiai befanden. Die
Syrakuser nahmen diese an Bord und machten sich dann auf
die Rückfahrt. Die Athener aber lauerten ihnen mit zwanzig
Schiffen bei Megara auf und nahmen ihnen ein Schiff mit-'
samt der Mannschaft weg, während die übrigen glücklich
wieder nach Syrakus gelangten.
Pfähle, welche die Syrakuser vor ihren alten Schiffshäusern
in der See eingerammt hatten, damit sie mit ihren Schiffen
dahinter vor Anker gehen und die Athener mit ihren Schiffen
ihnen nichts anhaben könnten. Die Athener brachten nämlich
ein mächtiges Lastschiff, auf dem hölzerne Türme und Schutz
wehren angebracht waren, an sie heran und warfen aus den
Booten Schlingen um die Pfähle, um sie zu lockern und dann
herumzuziehen oder durch Taucher absägen zu lassen. Die
Syrakuser schossen aus den Schtffshäusern und die Athener
von ihrem Schiffe auf die Syrakuser. Schließlich gelang eS
jedoch den Athenern, den größten Teil des Pfahlwerks zu
zerstören. Die größte Schwierigkeit machten ihnen die blinden
Pfähle. Sie waren nämlich zum Teil so tief in den Boden
eingerammt, daß sie nicht aus dem Wasser sahen, so daß die
herankommenden Schiffe Gefahr liefen, sich unversehens wie
auf einer Klippe festzufahren. Doch auch diese wurden durch
Taucher, die dafür belohnt wurden, unter Wasser abgesägt.
Trotzdem stellten die Syrakuser ein neues Pfahlwerk her. Auch
sonst versuchte man, wie das unter zwei sich so nah gegen
überstehenden Heeren nicht ausbleiben konnte, einander möglichst
Abbruch zu tun, und es gab beständig kleine Raufereien und
Scharmützel. Die Syrakuser schickten auch Gesandte aus der
Zahl der dort anwesenden Korinther, Amprakier und Lake
dämonier an die anderen Städte, um ihnen die Nachricht zu
bringen, daß sie das Plemmyrion genommen hätten und auch
in der Seeschlacht nur infolge ihrer eigenen Unordnung, keines
wegs durch die Stärke ihrer Feinde besiegt worden seien.
Zugleich sollten sie ihnen von neuem verischern, daß ihre Aus
sichten gut wären, und sie bitten, ihnen Schiffe und Truppen
gegen die Athener zu Hilfe zu schicken, da diese ebenfalls ein
neueS Heer erwarteten. Deshalb müßten sie schnell kommen,
damit man das jetzige vernichten und dem Kriege ein Ende
machen könne. Dergestalt verlief der Krieg in Sizilien.
History of the Peloponnesian War. Thucydides. Theodor Braun (Translator). Leipzig. 1917.
Sponsored by University of Leipzig.
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