Stamm unserer ausgebildeten Seeleute klein ist und nur wenige
daS Ruder beim Vorstoß oder Hemmen des Schiffes richtig
zu brauchen verstehen. Das schlimmste für mich dabei aber
ist, daß ich als Feldherr das nicht ändern kann, da mit euch
Querköpfen nicht leicht fertigzuwerden ist, und daß wir nicht
wissen, woher wir den Ersatz an Mannschaft nehmen sollen,
wozu die Gegner reichlich Gelegenheit haben, während wir so
wohl für den augenblicklichen Bedarf wie für weiteren Verlust
auf den gleich anfangs mitgebrachten Bestand angewiesen sind.
Denn die Städte, die jetzt noch zu uns halten, Naxos und
Katana, sind nicht imstande, dem abzuhelfet. Sollte es gar
dazu kommen, daß die italischen Orte, die uns bisher mit
Lebensmitteln versorgt, zum Feinde übergingen, wenn sie uns
hier in der Klemme nnd von Athen im Stich gelassen sehen,
so sind wir hier eingeschlossen und gezwungen, unS zu ergeben,
und die Gegner machen, ohne nochmals das Schwert zu ziehen,
dein Kriege ein Ende.
statten können, aber damit wäre euch schlecht gedient gewesen,
wenn ihr bei euren Beratungen über unsere Lage hier zu
treffend unterrichtet sein solltet. Zudem kenne ich euch, Athener;
erst wollt ihr immer gute Nachrichten haben, und wenn es
nachher dann doch anders kommt, so geht das Tadeln und
Schelten los. Darum habe ich es für sicherer gehalten, euch
reinen Wein einzuschenken.
History of the Peloponnesian War. Thucydides. Theodor Braun (Translator). Leipzig. 1917.
Sponsored by University of Leipzig.
Funding provided by European Social Fund Saxony.