Verstärkungen gebeten, und Gylippos hat sich in Sizilien auf
Reisen begeben, um eine Anzahl bisher neutral gebliebener
Städte zur Teilnahme am Kriege zu bewegen und in anderen
womöglich noch Soldaten und Matrosen anfzntreiben. Denn
wie ich höre, beabsichtigen sie nicht nur mit dem Landheere,
sondern gleichzeitig auch von der See mit der Flotte einen
Angriff gegen unsere Werke zu unternehmen. Daß auch von
der See, darf euch nicht wundern. Denn wie sie recht gut
wissen, war unsere Flotte anfangs in vortrefflichem Zustande,
die Schiffe trocken, die Mannschaft reichlich; jetzt aber haben
die Schiffe, nachdem sie so lange zu Wasser gewesen sind, von
der Nässe gelitten, und die Mannschaft an Bord ist einge
schmolzen. Denn wir können unsere Schiffe nicht an Land
ziehen, um sie zu trocknen, weil wir bei der gleichen, ja über
legenen Zahl der Schiffe der Feinde immer auf einen Angriff
ihrer Flotte gefaßt sein müssen. Offenbar haben sie es darauf
auch abgesehen; sie haben es ihrerseits in der Hand, uns
jederzeit anzugreifen, auch eher Gelegenheit, ihre Schiffe zu
trocknen, weil sie niemand damit aufzupassen brauchen.
History of the Peloponnesian War. Thucydides. Theodor Braun (Translator). Leipzig. 1917.
Sponsored by University of Leipzig.
Funding provided by European Social Fund Saxony.