kämpfen wir doch alle für dieselbe Sache! Der treffliche
Zustand unserer Truppen, mein' ich, ist an sich mehr geeignet
Mut zu machen als wohlgesetzte Reden vor einem schwachen
Heere. Wo wir hier, Argeier, Athener und die ersten Insel-
völker, beisammen sind, wie sollte da nicht unter so viel
tapferen Waffenbrüdern jeder einzelne mit voller Zuversicht
aus den Sieg hoffen, zumal wir es mit bloßen Bürgerwehren
zu tun haben und nicht mit alten Soldaten wie wir, und
noch dazu mit diesen Sikelioten, die uns zwar verachten, aber
uns nicht standhalten werden, weil wir uns besser auf den
Krieg verstehen als sie. Bedenkt auch, daß wir fern von
unserer Heimat sind und hier kein Freundesland finden werden,
das wir nicht erst mit dem Schwerte gewinnen müßten. Und
wenn die Feinde sich, wie ich wohl weiß, damit anfeuern,
daß eS den Kampf fürs Vaterland gilt, so habe ich euch
grade umgekehrt daran zu erinnern, daß ihr nicht im Vater
lande kämpft, sondern in einem fremden Lande, wo ihr siegen
müßt oder auf dem Rückzüge einen schweren Stand haben
werdet; denn ihre zahlreiche Reiterei wird uns auf den Fersen
sein. Macht also eurem alten Ruhm auch heute Ehre und
greift eure Gegner nur herzhaft an, überzeugt, daß Not und
Entbehrungen, womit ihr jetzt zu kämpfen habt, schlimmer
sind als die Feinde."
History of the Peloponnesian War. Thucydides. Theodor Braun (Translator). Leipzig. 1917.
Sponsored by University of Leipzig.
Funding provided by European Social Fund Saxony.