was ihr damit für Unheil anrichtet, so seid ihr unter allen
mir bekannten Griechen die ärgsten Strohköpfe; wenn ihr es
aber einseht und doch darnach trachtet, die größten Verbrecher.
Also laßt euch belehren und nehmt Vernunft an, fördert auch
ihr das Gemeinwohl unserer Stadt und bedenkt, daß die Gut
gesinnten unter euch gleichen, ja noch größeren Vorteil davon
haben werden als die große Menge unserer Mitbürger, auch
daß ihr Gefahr lauft, alles zu verlieren, wenn ihr nicht gut
tun wollt. Gebt es auf, solche Nachrichten zu verbreiten;
denn man merkt es ja doch, was ihr damit bezweckt, und wird
es nicht zulassen. Wenn die Athener wirklich kommen, wird
unsere Stadt sich schon wehren, wie es ihrer würdig ist, und
wir haben Feldherren, die dafür sorgen werden. Ist eS aber
nicht wahr, - wie denn auch ich nicht daran glaube, - so
wird sie sich durch eure Nachrichten nicht irremachen lassen
und euch nicht an die Spitze stellen, um sich freiwillig unter
euer Joch zu begeben. Vielmehr wird sie selbst daS Heft in
Händen behalten, eure Reden für Taten nehmen, euch vor
Gericht stellen und eure Pläne zunichte machen. Durch solche
Spiegelfehctereien wird sie sich nicht um ihre Freiheit bringen
lassen, sondern auf ihrer Hut sein und sie mit dem Schwerte
zu verteidigen suchen."
History of the Peloponnesian War. Thucydides. Theodor Braun (Translator). Leipzig. 1917.
Sponsored by University of Leipzig.
Funding provided by European Social Fund Saxony.