Weitsichtigkeit des Unternehmens zur Änderung ihres Be
schlusses zu bewegen oder, wenn er dennoch hinaus müßte,
dabei wenigstens möglichst sicher zu gehen. Die Athener aber
ließen sich durch die Größe der erforderlichen Rüstungen von
ihrem Vorhaben nicht abbringen, sondern wurden nur um so
eifriger drauf erpicht, so daß er grade daS Gegenteil von
dem erreichte, was er bezweckte. Sie gaben ihm nämlich recht
und glaubten nun vollends, die Sache unbedenklich unter
nehmen zu können. Alle ohne Unterschied wurden von dem
Verlangen ergriffen, den Zug mitzumachen, die Älteren, weil
sie dort auf Eroberungen hofften oder doch an die Möglichkeit
des Unterliegens einer so gewaltigen Macht nicht glaubten;
die Jüngeren aber sehnten sich, das ferne Land kennen zu
lernen und etwas von der Welt zu sehen, indem sie selbst mit
dem Leben davonzukommen hofften; den gemeinen Mann endlich
lockte die Aussicht, als Soldat sogleich ein Stück Geld zu ver
dienen und aufAusdehnung der Macht der Stadt und auf die sich
ihm dadurch auch weiterhin bietende Gelegenheit zu Söldner
diensten. Durch dies ungestüme Verlangen der Mehrheit ließ
mancher sich abhalten, das Wort zu nehmen, auch wenn er
nicht einverstanden war, aus Furcht, wenn er dagegen stimmte,
für einen schlechten Bürger gehalten zu werden.
History of the Peloponnesian War. Thucydides. Theodor Braun (Translator). Leipzig. 1917.
Sponsored by University of Leipzig.
Funding provided by European Social Fund Saxony.