länglich stand- und bandfest sei, und die Athener, welche selbst
eifrig an ihrer Mauer arbeiteten und auS Furcht, in einer
Schlacht mit geteilten Kräften keinen leichten Stand zu haben,
ihnen dort keine Hindernisse in den Weg legten, zogen sie
wieder in die Stadt und ließen nur eine einzelne Abteilung
zum Schutz ihrer Mauer draußen zurück. Die Athener aber
zerstörten die Röhren, durch welche Trinkwasser unter der
Erde in die Stadt geleitet wurde, und warteten die Zeit ab,
wo die Syrakuser um Mittag entweder in ihren Zelten lagen
oder in die Stadt gegangen waren und die Wachen an den
Palisaden nicht ordentlich aufpaßten. Dann aber ließen sie
dreihundert ihrer eigenen besten Leute und eine Anzahl vorher
mit schwerer Rüstung versehener leichter Kerntruppen vortreten
und plötzlich im Sturmschritt gegen die Quermauer vorgehen.
Gleichzeitig setzte sich die übrige Mannschaft in zwei Heer
haufen in Bewegung, der eine mit Rücksicht auf einen etwaigen
Ausfall unter dem einen Feldherrn gegen die Stadt, der an
dere unter dem zweiten gegen die Palisaden bei der kleinen
Pforte. Die dreihundert nahmen die Palisaden mit Sturm,
die Wachen liefen davon und flüchteten in die um den Teme
nites angelegten Festungswerke. Mit ihnen drangen auch die
Verfolger dort ein, wurden aber nahcher von den Syrakusern
wieder hinausgeschtagen, wobei eine Anzahl Argeier und einige
Athener auf dem Platze blieben. Darauf gingen die Athener
mit ihrem ganzen Heere wieder zurück, zerstörten die Quer
mauer, nahmen die herausgerissenen Pfähle mit und errichteten
ein Siegeszeichen.
History of the Peloponnesian War. Thucydides. Theodor Braun (Translator). Leipzig. 1917.
Sponsored by University of Leipzig.
Funding provided by European Social Fund Saxony.