Athenern eingetretenen Verstimmung suchten nun auch in Athen
die Gegner des Friedens es gleich vollends zum Bruch zu
treiben. Zu ihnen gehörte insbesondere auch Alkibiades,
Kleinias' Sohn, damals in Vergleich mit anderen Städten noch
ein junger Mann, der jedoch als Sohn einer altangesehenen
Familie bereits die Augen auf sich zog. Allerdings hielt er
einen engeren Anschluß an die Argeier auch an sich fü^ vorteil
haft, war aber schon aus Stolz und gekränktem Ehrgeiz ein
Gegner des Friedens, weil die Lakedämonier darüber durch
Nikias und Laches verhandelt, ihn aber seiner Jugend wegen
beiseitegelassen hatten, ohne aus die ehemalige alte Staats
gastfreundschaft Rücksicht zu nehmen, die sein Großvater freilich
aufgegeben, er selbst aber durch die ihren Gefangenen von der
Insel erwiesenen Gefälligkeiten erneuert zu haben meinte. Weil
er sich in jeder Hinsicht zurückgesetzt fühlte, hatte er von An
fang an gegen den Frieden gesprochen und behauptet, auf die
Lakedämonier sei kein Verlaß, sie schlössen nur deshalb Frieden,
weil sie sich mit den Argeiern verbinden und sie von den
Athenern trennen wollten, um diese hinterher allein von neuem
anzugreisen. Und so schickte er auch damals, als jene Ver
stimmung eingetreten war, auf eigene Hand gleich eine Auf
forderung an die Argeier, sich unverzüglich mit Mantineern
und Eleern in Athen einzufinden und um ein Bündnis nach
zusuchen, wozu es jetzt au der Zeit sei und er ihnen gern be
hilflich sein würde.
History of the Peloponnesian War. Thucydides. Theodor Braun (Translator). Leipzig. 1917.
Sponsored by University of Leipzig.
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