Athener sahen und beständig auf solche Landungen an ihrer
Küste gefaßt sein mußten, dachten sie doch nicht daran, ihnen
mit ihrer gesamten Macht entgegenzutreten, stellten aber durch
das ganze Land an den vorzugsweise bedrohten Punkten eine
Anzahl Hopliten auf und waren auch sonst möglichst auf ihrer
Hut. Sie fürchteten nämlich, es könne bei ihnen zu gewalt
samen Verfassungsänderungen kommen, da sie wider alles Er
warten das schwere Unglück auf der Insel betroffen hatte,
Pylos und Kythera in Feindeshand, und sie von allen Seiten
plötzlichen, unerwarteten Angriffen ausgesetzt waren. Deshalb
errichteten sie, jetzt zum erstenmal, auch eine Reiterei von
vierhundert Mann und eine Schützentruppe. Zum Kriegführen
aber verging ihnen grade jetzt erst recht die Lust, wo sie sich
gegen alle ihre bisherigen Gepflogenheiten in einen Seekrieg
verwickelt sahen, und obendrein mit den Athenern, die bei
allen ihren Unternehmungen immer noch nicht genug getan zu
haben glaubten. Auch waren sie durch die mancherlei Schicksals
schläge, die sie kürzlich so wider Erwarten betroffen, sehr er
schüttert, und sie lebten in beständiger Furcht, es könne ihnen
nochmals ein solches Unglück zustoßen, wie es ihnen aus der
Insel begegnet. Infolgedessen war ihnen die Kampfesfreudig
keit entschwunden, und bis dahin durch das Glück verwöhnt,
wie sie waren, hatten sie das Selbstvertrauen verloren und
glaubten, alles, was sie anfaßten, müsse ihnen fehlschlagen.
History of the Peloponnesian War. Thucydides. Theodor Braun (Translator). Leipzig. 1917.
Sponsored by University of Leipzig.
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