Bundesgenossen mit etwas über dreißig Schiffen spät abends
wegen eines SchiffeS, das hindurchfahren wollte, mit sechzehn
athenischen und acht rhegischen Schiffen in eine Schlacht ver
wickelt. Von den Athenern besiegt, fuhren sie schleunigst ab
und suchten jeder auf gut Glück wieder an seinen bisherigen
Standort bei Messene oder Rhegion zu gelangen, wobei sie ein
Schiff verloren; die Nacht machte der Sache ein Ende. Hierauf
zogen die Lokrer aus dem Gebiete von Rhegion ab, die Schiffe
der Syrakuser und ihrer Bundesgenossen aber sammelten sich
beim Vorgebirge Peloris im Messenischen und gingen dort vor
Anker, wo auch ihr Landheer in der Nähe stand. Als die
Athener und die Rhegier hier an sie herankamen und die
Schiffe leer sahen, griffen sie an, verloren dabei aber selbst
ein Schiff, das durch eiserne Hände erfaßt wurde, dessen
Mannschaft sich jedoch durch Schwimmen rettete. Die Syra
kuser gingen darauf wieder an Bord und ließen ihre Schiffe
am Strande entlang an der Leine nach'Messene ziehen. Nun
griffen die Athener sie abermals an, verloren dabei aber, da
jene in See ausholten und auf sie einschwenkten, noch ein
zweites Schiff. So waren die Syrakuser bei ihrer Strand-
fahrt und in dem dabei vorgefallenen Gefechte gut weggekommen
und gelangten glücklich in den Hafen von Messene. Die Athener
aber fuhren auf die Nachricht, daß Kamarina von Archias und
seiner Partei den Syrakusern in die Hände gespielt werden
sollte, mit ihrer Flotte dorthin. Unterdessen zogen die Messenier
zu Lande mit ihrem ganzen Heere und zugleich mit ihrer Flotte
gegen ihre Nachbarstadt, das chalkidische Naxos. Am ersten
Tage trieben sie die Naxier in die Stadt hinein und verheerten
ihr Land; am folgenden Tage fuhren sie mit ihren Schiffen
um die Stadt herum nach dem Flusse Akesines und verheerten
auch hier das Land, während sie mit dem Landheere einen
Angriff auf die Stadt machten. Unterdessen aber kamen die
Sikeler in hellen Haufen über ihre Berge herab und fielen
über die Messenier her. Als die Naxier das sahen, faßten sie
neuen Mut, und da sie sich darauf trösteten, daß auch die
Leontiner und andere griechische Bundesgenossen jeden Augen
blick zu ihrem Entsatz eintreffen würden, machten sie plötzlich
einen Ausfall aus der Stadt, überfielen die Messenier und
schlugen sie in die Flucht, wobei sie über tausend niedermachten.
Auch den übrigen ging es auf dem Rückzüge schlimm genug;
denn die Eingeborenen fielen unterwegs noch über sie her und
rieben sie fast völlig auf. Auch die bei Messene liegenden
Schiffe fuhren darauf alle wieder nach Hause. Da die
Messenier so gründlich geschlagen waren, zogen die Leontiner
und ihre Bundesgenossen mit den Athenern sogleich vor Messene
und machten mit dem Landheer einen Angriff auf die Stadt,
während die Athener sich mit der Flotte gegen den Hafen
wandten. Die Messenier aber und eine Anzahl Lokrer unter
Demoteles, die nach der Niederlage dort als Besatzung ge
blieben waren, machten einen Ausfall, griffen das leontinische
Heer unvermutet an, schlugen es größtenteils in die Flucht
und töteten viele. Als die Athener das sahen, kamen sie auch
von ihren Schiffen herbei, warfen sich auf die in Unordnung
geratenen Messenier und trieben sie wieder in die Stadt.
Darauf errichteten sie ein Siegeszeichen und kehrten nach
Rhegion zurück. Von nun an setzten die Griechen in Sizilien
den Krieg zu Lande ohne die Athener untereinander fort.
History of the Peloponnesian War. Thucydides. Theodor Braun (Translator). Leipzig. 1917.
Sponsored by University of Leipzig.
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