in der Richtung nach Skione, bemächtigten sich der Vorstadt
und verheerten den Tag über das Land; aus der Stadt aber
kam niemand zum Vorschein, da es auch dort schon zu Un
ruhen gekommen war. Die dreihundert Skioner gingen in
der folgenden Nacht wieder nach Hause. Am nächsten Tage
rückte Nikias mit der Hälfte des Heeres vor und verwüstete
das Stadtgebiet und zugleich die daranstoßenden Felder der
Skioner, während Nikostratos sich mit der anderen Hälfte beim
oberen Tore, aus dem es nach Potidäa geht, unmittelbar vor
die Stadt legte. Nun befahl PolydamaS den Mendern, die
hier mit ihren Verbündeten innerhalb der Stadtmauern die
Waffen abgelegt hatten, anzutreten und gegen den Feind aus
zurücken, und als jemand auS dem Volke sich dagegen auf
lehnte und erklärte, ausgerückt werde nicht, man habe keine
Lust, sich blutige Köpfe zu holen, packte er ihn mit der Hand
und schüttelte ihn, daß er sich verjagte. Darüber geriet das
Volk in Wut, nahm flugs die Waffen auf und wandte sich
gegen die Peloponnesier und deren Anhänger in der Stadt
und schlug sie in die Flucht, da sie auf den Angriff nicht ge
faßt, aber auch zu gleicher Zeit dadurch in Schrecken versetzt
waren, daß den Athenern das Tor geöffnet wurde. Sie glaubten
nämlich, man habe den Angriff auf sie infolge einer vorherigen
Verabredung mit den Athenern unternommen. Was von ihnen
nicht gleich niedergemacht wurde, flüchtete in die Burg, die
sie auch vorher schon besetzt gehabt hatten. Die Athener aber,
- auch Nikias war inzwischen an di? Stadt zurückgekommen, -
drangen nun mit ihrem ganzen Heere in die Stadt ein und
plünderten sie, da sie sich nicht vergleichsweise übergeben hatte,
wie wenn sie sie mit Sturm genommen hätten, ja nur mit
Mühe konnten die Feldherren ihre Leute abhalten, nicht auch
die Einwohner zu töten. Nachher ließen sie ihnen aber doch
ihre bisherige Verfassung und gestatteten ihnen, unter sich
selbst auszumachen, wer etwa des Abfalls wegen zur Strafe
zu ziehen sei. Die Peloponnesier aber auf der Burg schlossen
sie durch eine Mauer ein, die sie auf beiden Seiten bis an
die See führten und durch ihre Truppen bewachen ließen.
Nachdem sie Mende wieder in ihrer Gewalt hatten, wandten
sie sich gegen Skione.
History of the Peloponnesian War. Thucydides. Theodor Braun (Translator). Leipzig. 1917.
Sponsored by University of Leipzig.
Funding provided by European Social Fund Saxony.