unerwartet kam, draußen aber viele der Ihrigen dem Feinde
in die Hände gefallen, andere von dort in die Stadt geflüchtet
waren, so entstand in Amphipolis die größte Bestürzung, zu
mal man sich dort untereinander nicht traute, und, wie es heißt,
hätte Brasidas die Stadt wahrscheinlich nehmen können, wenn
er sie, statt seine Leute plündern zu lassen, gleich angegriffen
hätte. Statt dessen ließ er sein Heer ein Lager beziehen und
die Umgegend abstreifen, und da seine Anhänger in der Stadt
sich wider Erwarten nicht rührten, unternahm auch er vorerts
nichts weiter. Die den Verrätern an Zahl überlegene Gegen
partei aber verhinderte das sofortige Äffnen der Tore und
schickte im Einvernehmen mit Eukles, dem zum Schutze des
Platzes anwesenden athenischen Feldherrn, zu Thukydides,
Oloros' Sohn, dem Verfasser dieser Geschichte, dem anderen
Feldherrn an der thrakischen Küste, der sich damals bei der
Insel Thasos befand, und ließ ihn bitten, der Stadt zu Hilfe
zu kommen. Thasos ist eine Kolonie von Paros und Amphi
polis von dort zu Schiff ungefähr in einem halben Tage zu
erreichen. Der ging auch darauf sofort mit sieben grade zur
Stelle beifndlichen Schiffen unter Segel, um womöglich, ehe es
zur Übergabe käme, Amphipolis noch zu erreichen oder doch
wenigstens Eion vorher noch zu besetzen.
History of the Peloponnesian War. Thucydides. Theodor Braun (Translator). Leipzig. 1917.
Sponsored by University of Leipzig.
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