mit Besorgnis, und sie meinten, daß eS wegen der Kürze der
Überfahrt nach Kap Kenaion dabei hauptsächlich auf Euboia
abgesehen sei. Es wurde aber damit doch nicht so schlimm,
wie sie befürchtet: denn gefährlich ist sie ihnen nie geworden.
Das kam davon, daß die thessalischen Machthaber jene Gegend
und die Stämme, in deren Land die Kolonie geführt worden
war, die Ankömmlinge aus Furcht, sie könnten ihnen über den
Kopf wachsen, beständig schädigten und bekriegten und schließ
lich nahezu aufrieben, so zahlreich sie anfangs auch gewesen
waren; denn da die Gründung von den Lakedämoniern aus
ging, hatte jedermann die Stadt für völlig sicher gehalten und
sich unbedenklich dort niedergelassen. Freilich trugen auch die
dortigen lakedämonischen Beamten wesentlich selbst die Schuld
an dem Mißgeschick der Kolonie und dem Rückgange der Be
völkerung, weil sie sich durch ihr herrisches Regiment verhaßt
machten und lauter Dummheiten begingen, so daß es den
Nachbarstämmen um so leichter wurde, die Kolonie unterzu
kriegen.
History of the Peloponnesian War. Thucydides. Theodor Braun (Translator). Leipzig. 1917.
Sponsored by University of Leipzig.
Funding provided by European Social Fund Saxony.