entstand unter den Athenern nach diesen Reden, in denen die
vershciedenen Standpunkte am schärfsten zum Ausdruck kamen,
ein lebhafter Meinungsstreit, und bei der Abstimmung war die
Zahl der Stimmen auf beiden Seiten nahezu gleich; doch war
die Mehrheit für Diodotos. Auch schickte man gleich mit
größter Eile eine zweite Triere ab, damit die erste, beinah
vierundzwanzig Stunden früher abgefahrene, nicht eher ankäme
und man die Stadt nicht schon vernichtet fände. Die myti
lenischen Gesandten hatten Wein und Brot an Bord bringen
lassen und der Mannschaft große Versprechungen gemacht,
wenn ihr Schiff früher ankäme als das erste. Infolgedessen
wurde die Fahrt dergestalt beschleunigt, daß die Leute gleich
zeitig ruderten und Nahrung zu sich nahmen, Brot mit Wein
und Hl angerührt, und während die eine Hälfte schlief, die
andere ruderte. Glücklicherweise herrschte niemals widriger
Wind, und da das erste Schiff mit dem Blutbefehl an Bord
sich nicht sonderlich beeilt, das andere aber den Weg mit
solcher Schnelligkeit zurückgelegt hatte, war das erste nur so viel
früher angekommen, daß Paches den Beschluß eben hatte lesen
können und im Begriff war, den Befehl auszuführen, als daS
zweite ankam und die Stadt rettete. Um ein Haar nur, und
Mytilene wäre verloren gewesen.
History of the Peloponnesian War. Thucydides. Theodor Braun (Translator). Leipzig. 1917.
Sponsored by University of Leipzig.
Funding provided by European Social Fund Saxony.